5 Minuten mit Laurie Hook von Beringer Vineyards

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Am Rande eines Tastings der 2006er und 2008er Beringer Private Reserve konnte ich 5 Minuten mit Laurie Hook sprechen, die seit 2008 als winemaker für die Beringer Weine verantwortlich zeichnet. Wie auch anderen Verantwortlichen im Napa ist ihr wichtig, Weine mit Charakter zu produzieren, die die Region und das Terroir widerspiegeln – Eigenschaften die den kalifornischen Weinen auch heute noch von vielen abgesprochen werden. Ganz aufschlußreich war für mich letztes Jahr ein Gespräch mit Michael Silacci von Opus One.

Laurie Hook Beringer Vinyards

Laurie Hook foto:mpleitgen

Für Unterschiede im Terroir und im Mikroklima stand bei der Presentation beispielhaft eine Serie mit 2006er Cabernets aus verschiedenen Beringer Weinbergen im Napa Valley. Neben den Böden, die sehr unterschiedlich sein können, spielt im Napa vor allem die Ausrichtung und Lage der Rebberge eine große Rolle – zuviel Sonne kann auch schaden. Wichtig auch die Höhe – die kalten Nebelschleier vom Pazifik im Sommer sind für erhebliche Temperatur-Unterschiede verantwortlich – deshalb immer die Angabe, ob ein Weinberg unter- oder oberhalb der Nebelgrenze – fogline – liegt.

Neue Märkte – neue Weine?

Kalifornien hat sich in den letzten Jahren sehr stark auf die Märkte in Asien und vor allem in China ausgerichtet – hat das Einfluß auf den Weinstil? Bei den Basis-Weinen könne das sein und auch im mittleren Preissegment passe vielleicht der ein oder andere seine Weine den neuen Märkten an – die Icon Weine stünden weiter für den Ausdruck von Region, Terroir und Produzent – meint Laurie.

Nach dem dramatischen Einbruch für kalifornische Weine am amerikanischen Markt in der Folge der Krise 2008 habe man sich nach neuen Märkten umsehen müssen. Selbst Top-Produzenten seien von Auslistungen bei US Händlern betroffen gewesen. Ein großer Brand wie Beringer habe es sicher leichter, sich neu zu orientieren als eine kleine Winery. Heute sei man froh, sich aus der starken Abhängigkeit vom amerikanischen Markt befreit zu haben. Hook bedauerte, daß Kalifornien in Deutschland nicht mehr mit einem eigenen Büro vertreten ist.

Klimaveränderung als Herausforderung

Die USA erleben zur Zeit im mittleren Westen die größte Dürre seit Jahrzehnten – mit absehbaren Folgen auf nationale und internationale Märkte. Was bedeutet der Klimawandel für den Weinbau in Kalifornien?  Die Wasserknappheit werde auch im Napa in der Zukunft ein immer größeres Problem – sagt sie.  Auch wenn Bewässerung für Beringer selbst, außer in einigen Rebbergen und Junganlagen, kein Thema sei, habe man auf nachhaltigen, ressourcenschonenden Weinbau umgestellt. Beringer nimmt am Napa Green Programm teil. Die Beringer Muttergesellschaft Treasury Wine Estates konnte kürzlich verkünden, daß alle ihre Betriebe in Kalifornien offiziell als „nachhaltig“ zertifiziert sind.

Beringer kann als Beispiel gelten, daß Top-Produzenten nicht nur Top-Weine produzieren dürfen – sprich in Weinbau und Techik brillieren – sondern auch sehr sorgfältig ihre Hausaufgaben in den Fächern Marketing, Umwelt und Nachhaltigkeit zu machen haben.

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