Australien: first family wines

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Australien ist in die Schlagzeilen geraten: unverkäufliche Massen-Weine, Überproduktion, sinkende Preise und Marktanteile. Viele Wein-Fans rümpfen die Nase, wenn es um australische Weine geht: alkoholreich, eindimensional, gesichtslos, maximal für Wein-Anfänger geeignet, Industrie-Weine. „Übersee“ eben, mehr brauche man dazu nicht zu sagen.

foto:Henschke

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Gegen dieses Image stemmen sich jetzt 12 traditionsreiche Familienbetriebe, die sich zu Australia’s First Families of Wine (AFFW) zusammengeschlossen haben. Voraussetzungen für die Mitgliedschaft in dem Club, der nach drei Jahren Vorbereitung offiziell am 31. August im Opernhaus in Sydney aus der Taufe gehoben werden soll, sind: mindestens 2 Generationen in Familenhand, eigene Rebberge, die seit 50 Jahren bewirtschaftet werden und eine Vertikale von 20 Jahrgängen von Icon-Weinen.

Die Vereinigung repräsentiert 5.000 Hektar in Famienbesitz und alle australischen Weinregionen. Zu ihr gehören Brown Brothers, Campbells, d’Arenberg, De Bortoli, Henschke, Howard Park, Jim Barry, McWilliam’s, Tahbilk, Taylors and Tyrrell’s und die über 160 Jahre alte Yalumba Wines.

„In unseren wichtigsten Export-Märkten USA und Großbritannien haben wir mit sinkenden Mengen und Preisen zu kämpfen. Wenn wir nachhaltig und dauerhaft produzieren wollen, können wir uns nicht über Niedrigpreise profilieren. AFFW will die Qualität, die Leidenschaft und den Charakter zeigen, der in unseren Weinen steckt, die mit den weltbesten konkurrieren und siegen können!“ sagte AFFW Sprecher Alister Purbrick, der selbst in vierter Generation Winemaker ist und die 150 Jahre alte Tahbilk Winery leitet.

James Halliday begrüßte die Initiative und sagte, die AFFW werde ihren Ankündigungen konkrete Taten folgen lassen. Die Gruppe will jährlich etwa 500 bis 600.000 Dollar in eine Kampagne investieren, die 2010 in Großbritannien, dem wichtigsten europäischen Markt für australische Weine, beginnen soll. Danach sind die USA, Australien selbst und China ins Auge gefaßt.

Ebenfalls ab nächstem Jahr soll auf den Flaschen der beteiligten Wineries ein gemeinsames Logo erscheinen.

Andrew Caillard MW wies in einem interessanten Decanter-Interview kürzlich auf die große Vielfalt der australischen Weinszene gerade im Top-Bereich hin. Die regionalen Besonderheiten, das Terroir und die Weinstile hätten bisher in der Vermarktung viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Es komme jetzt darauf an, der Welt zu zeigen, wie Australien wirklich sei, statt Klischees zu bedienen.

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