Das erste Gebot: Du sollst nicht nerven!

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Kurz mal Facebook gecheckt – wer hat sich denn in der Zwischenzeit gemeldet. Und dann scrollen, scrollen, scrollen all die Einladungen zu irgendwelchen Events, die Spiele, das ganze Ein-Checken – und dann wieder die gleichen Einladungen, die gleichen Spiele – der ganze Mist, den man eigentlich gar nicht sehen will. Auch wenn man dann mal aufgeräumt hat: die Spiele und anderen Anwendungen geblockt, dann bleiben immer noch die Zeitgenossen, die meinen, sie müssten uns stündlich mit ihren neuesten Entdeckungen und Angeboten beglücken. Sie sind wohl der Ansicht, je öfter sie in unserer Timeline auftauchen, umso eher können sie mit uns ins Geschäft kommen.

Neueste Untersuchungen aus den USA zeigen, dass das häufige Posten eher das Gegenteil bewirkt. Das erste Gebot auf Facebook und Twitter heißt nämlich: Du sollst nicht nerven!

Relation between postings an facebook friends

Weniger als 1 Posting erhält die Freundschaft Grafik:Dan Zarella.com

Web-Scientist Dan Zarella hat über 2.600 Facebook-Accounts untersucht und das Freunde-Wachstum und die „Like“ Häufigkeit dieser Accounts zu der Anzahl der Postings ins Verhältnis gesetzt. Das Resultat ist verblüffend. Die meiste Akzeptanz haben Business-Accounts, die etwa 0,5 mal pro Tag posten. Das heißt: ein Posting alle zwei Tage!. Sicher hängt die Ideal-Zahl von der Branche ab, aber wer möchte schon von seiner Versicherungsagentur jeden Tag zwei Briefe im Briefkasten haben – und von seinem Lieblings-Weinhändler sicher auch nicht.

Das, was dann aber geliefert wird, sollte von einer Qualität sein, dass ich mich bei meinem nächsten Bedarf an den Anbieter erinnere.

Dan Zarella vergleicht Facebook mit einer Party, zu der die Leute hingehen, um Spaß zu haben. Nichts ist nerviger, wie auf einer Party einen Miesepeter zu treffen, der einen mit allerlei schlechten News und Meinungen zutextet. Genauso sei es bei der 24-Stunden-Party auf Facebook:  gute News sind gefragt –  wer immer Frust-Meldungen bringt oder über andere herzieht, der wird schnell geblockt. Da man im Netz freundlich ist und genauso feige wie im wahren Leben, passiert das meist nicht öffentlich, sondern hintenherum: wir bleiben Freunde – aber Deine Postings erscheinen nicht mehr in meiner Timeline.

Für Twitter zeigte Zarella schon Anfang letzten Jahres einen signifikanten Zusammenhang zwischen negativen Gefühlen wie traurige Grundstimmung oder Agressivität in den Postings und Followerzahlen: je negativer, desto weniger Follower. Es ist wie bei der Party oder auf dem Schulhof: wer viel lacht und lieb zu allen ist, ist deutlich im Vorteil.

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Ein Kommentar

  1. Ja – lange Listen mit sinnfreien Aussagen wie „Blub“ oder „Bla“ sind leider an der Tagesordnung. Als Inhaber eines Business Accounts fühlt man sich wie das Wassertröpfchen im Ozean, wenn man da nicht mithält und auch ständig „Neuigkeiten“ produziert! Man fühlt sich geradezu genötigt, mehr zu schreiben.
    Ich freue mich über jeden Post gegen den Strom, der nur ganz gelegentlich, aber dann aussagekräftig daherkommt.
    Dasselbe gilt übrigens für Newsletter: weniger ist mehr. Die inhaltsfreien Mitteilungen, die verschickt werden, nur weil 14 Tage verstrichen sind, nerven ebenso, vor allem dann, wenn der Link zum Abbestellen fehlt.

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