Deutsche weiterhin in Kauf-Laune

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„Eine stabile Kaufkraft, finanzielle Kaufanreize des Staates sowie Rabattangebote, zum Beispiel der Autohändler, versetzen die Konsumenten derzeit in Kauflaune“ heißt es in der Presseerklärung der GFK zum Konsumklima im Februar 2009 unter der Überschrift „Konsumklima hellt sich auf“. In der Printausgabe der Süddeutschen vom 28. Februar sieht Adrian Kreye die Branchen mit stabilem Rückenwind, die dem Verbraucher helfen, es sich zu Hause gemütlich zu machen. „Neue Technologien, vor allem das Internet und die Perfektionierung der Unterhaltungselektronik haben das Heim zum bevorzugten Aufenthaltsort des Normalbürgers gemacht.“

Interessant ist, das 2008 Kaffee- und Espressomaschinen bei den Elektrogeräten die umsatzstärkste Warengruppe waren und gleichzeitig ein zweistelliges Wachstum aufwiesen.  In einer Mitteilung zum GFK TEMAX heißt es: „Ordentlich hinzugewinnen konnten im vierten Quartal (2008) Warengruppen wie Ganzkörperrasierer, Glätteisen, Fritteusen, Aktivbügeltische, Epilierer und elektrische Zahnbürsten – alles Produkte, die das Leben zuhause – im eigenen „Kokon“ – angenehmer machen.“

"cocooning day" mit einem Glas Wein<br> foto: rick/flickr

cocooning day mit einem Glas Wein foto:rick/flickr

„Cocooning“, der Rückzug ins Private wird als Trend wiederentdeckt: weil die Welt draussen aus den Fugen zu geraten scheint, zieht man sich in die eigenen vier Wände zurück.„Das Bier, das ich nicht in der Kneipe trinke, kaufe ich mir eben und trinke es zu Hause auf dem Sofa“ zitiert die SZ GFK Chef-Forscher Twardawa. Aber in der Krise ziehe nicht nur billig, sondern auch der kleine Luxus, wird er weiter zitiert. Als Beispiel wird die Super-Konjunktur von HARIBO (Haribo Chef Hans Riegel erwartet für 2009 ein Plus von 4%) und Lindt ( Börsennotiz Januar: langsameres, aber auch für 2009 weiteres organisches Wachstum) angeführt.

Wie Rabobank Food und Drink Analyst Arend Heijbroek beim Weinblogger Roundtable im Februar feststellte, werde die aktuelle Krise die Konsumenten nicht davon abhalten, Wein zu trinken. Wein sei vor allem in den Mittelschichten zu einem integrativen Bestandteil des Lifestyle geworden. Er sei der kleine Luxus für jeden Tag, den man sich trotz allem leisten will. Dies deckt sich mit den neuesten Ergebnissen der Marktforscher.

Niemand weiss, was noch kommt, aber zur Zeit scheint die Aussage nicht übertrieben: wer im Wein jetzt das richtige Sortiment und das richtige Marketing hat, hat auch für 2009 gute Chancen ein gutes Geschäft zu machen.

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