Die Alternative zum gedruckten Führer – wie Berliner Genußfreunde sich im Web organsieren

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Das gedruckte Führer es immer schwerer haben, ist schon fast eine Binsenweisheit. Deshalb soll die Story über den Niedergang der Wein- und Foodpresse  hier nicht noch einmal wiederhlot werden. Wie könnte eine Entsprechung im Netz aussehen?

Begrüßungsseite Berlin Food Info

Begrüßungsseite Berlin Food Info

Früher zogen einige Autoren durch die Lande – ihre Reisebeschreibungen und die empfohlenen Adressen hatten Bestand. Noch heute kann man Gasthäuser finden, die schon von Goethe oder Heine auf ihren Reisen nach Italien erwähnt wurden. Wir machen einen kleinen Sprung und landen bei Zitty & Co.

Eine schnellere Zeit fordert ein anderes Medium. Aber auch die gedruckten Stadt-Magazine sind heute eigentlich schon wieder gestern. Da bleibt dann so etwas wie Qype. Hier schreiben und kommentieren Anbieter und Nutzer. Abgesehen davon, daß vieles, was in solchen Portalen steht gefakt sein soll, ist das, was hochgeladen wird, nicht immer sehr informativ.

Kulinarischer Stadtplan

Berliner Food- und Gourmet-Blogger testen zur Zeit eine Alternative: Berlin Food Info ist der Versuch, gemeinsam einen kulinarischen Stadtplan aus den Beiträgen der einzelnen Blogs zusammenzustellen. Blog- und Magazinartikel werden direkt als Review zu den eingetragenen Locations verlinkt.

Der von Food-Bloggerin und Web-Entwicklerin Peggy Schatz ‚multikulinarisches‘  begonnene kulinarische Berlin-Stadtplan diente ursprünglich lediglich als private Merk-Hilfe für geplante Food-Exkursionen. Jetzt bietet das Projekt ‚Berlin Food Info‚ nicht nur kulinarische Orientierung im Großstadtdschungel, sondern hilft die in Berlin ansässigen foodaffinen Blogger zu vernetzten.

Das Ganze befindet sich noch in einem (allerdings fortgeschrittenen) Beta-Stadium. Der Stadtplan kann ausgedruckt werden, sukzessive werden die einzelnen Flags mit Blogartikeln und Webseiten der Tipps verlinkt.  Auf den Reitern gibt es Kurzbeschreibungen und unten am Kartenrand erscheinen weitere Informationen.

Bunt wie Berlin

Peggy Schatz zum Konzept: “ Berlin Food Info kartiert alles was schmeckt.Handwerk und Qualität wird dabei groß geschrieben. Kleine Lebensmittelmanufakturen und der Bauer am Stadtrand werden genau so prominent gelistet, wie Sternedekoríerte Restaurants oder angesagte Ausnahme-Cafés. Einen Anspruch auf Vollständigkeit gibt es nicht. Manche Juwelen verblassen, neue werden ausgegraben.“

Die Berliner Food-Karte kann nicht anders sein als die Hauptstadt:  „groß, unübersichtlich, ständig im Wandel und unkonventionell“ meint Schatz. Schön daß es da „Scharen von Bloggern gibt, die unermüdlich und unentgeltlich die deutsche Hauptstadt mit offenen Augen, Herzen und Objektiven durchstreifen und die unter Fritten-Fett, Durchschnitts-Pizza und Aufwärm-Gastronomie versteckten Feinschmecker-Juwelen Berlins heben.“

Meine erste außerordentlich positive Erfahrung mit dem neuen Portal habe ich vor einigen Wochen gemacht – in London. In den Empfehlungen einer Berliner  Blog Kollegin fand sich ein ausgezeichnetes Tapas-Restaurant um die Ecke unseres Appartments in der britischen Hauptstadt.

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Ein Kommentar

  1. Danke Michael für’s weiter sagen!!!

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