Languedoc 2012

Fanny, Valentine und Nelly – Wein PR ist Frauendomaine

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Wie macht man das – vier Tage und vier Nächte mit zehn Sommeliers aus Korea, diversen Chinesen und nochmal so vielen ziemlich individualistischen Wine-Educators aus den USA durch das Languedoc zu fahren, jeden Tag vier Winzer zu besuchen,  Mittag- und Abendessen mit integrierter Weinprobe durchzuziehen und dabei Beigeisterung zu vermitteln?
Languedoc 2012

Fanny Lopez – AOC Languedoc, Valentine Boulet – Sud de France, Nelly Belot – Saint Chinian foto: mpleitgen

PR- Alltag

Gute Frage – aber keine besonders spannende Frage –  zumindest für die drei Damen auf dem Foto – denn es  ist ihr Alltag. Fanny Lopez, Valentine Boulet und  Nelly Belot arbeiten für unterschiedliche Organisationen und Verbände.

Fanny kommt aus der Region und hat eine Ausbildung bei der Domaine de l’Arjolle gemacht – einem familiengeführten Vorzeige-Betrieb in der Nähe von Pezenas. Die Weine bekommt man in Deutschland bei Jacques‘. Sie arbeitet in der Marketing-Abteilung der AOC du Languedoc in Narbonne und ihr Job ist es unter anderem, Veranstaltungen zu organsieren und eben auch ausländische Besucher in Empfang zu nehmen.

Valentine arbeitet für die Agrarmarketing-Organisation Sud de France Export. Sie kümmert sich nicht nur um ausländische Besucher, sondern organisiert Messen im In- und Ausland und bringt Winzer und Importeure zusammen.

Nelly ist oben in Saint Chinian bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Sie ist seit 25 Jahren für die Promotion der Saint-Chinan-Weine verantwortlich. Auf ihrer Karte steht „Direktorin“, aber sie macht so ziemlich alles, was anfällt: Tastings, Messen, Kampagnen im In- und Ausland.

Arbeit mit den Winzern vor Ort

Da gilt es, sehr eng mit den Winzern zusammen zu arbeiten. Ist es wichtig, dass man aus der Gegend kommt? „Na ja“ sagt Nelly „nach 25 Jahren in der Region haben sich die Leute an mich gewöhnt – und ich an sie.“ Sie kommt aus Lens – da geht es mehr um Fußball und Kohle. Hier unten heissen die Themen Rugby und Wein.

Allen dreien macht der Job Spaß – aber er ist sehr anstrengend. PR Arbeit heißt, viel unterwegs sein, viele Kontakte pflegen und dazu kommt noch ein Haufen Büroarbeit. Alles muss minutiös vorbereitet, abgerechnet und ausgewertet werden. Da sind ein paar Tage mit einer verrückten  Wein-Truppe aus aller Herren Länder schon fast Erholung.

Vorauswahl ist wichtig

Die Auswahl der Personen, die zu PR Reisen oder zu Conventions – meist drei oder viertägigen Treffen von Erzeugern und Händlern – eingeladen werden, unterliegt strengen Regeln und Auswahlkriterien. So wird zum Beispiel bei den Händlern vorab die Bonität geprüft – man will niemanden einladen, der nach der ersten Lieferung „die Flügel streckt“.

Eine dreitägige Veranstaltung kann dann schon mal sechs Monate Vorarbeit beanspruchen. Die richtige Vorauswahl ist wichtig – Erzeuger- und Händlerprofile müssen übereinstimmen, es ist fast so wie bei einer Partnervermittlung. Danaben muss dann auch noch eine Messe mit 1.500 angestellten Weinen über die Bühne gehen…

Viel Arbeit – die in unserer sonst sehr männerdominierten Branche häufig von Frauen ausgeübt wird. Auffallend: gerade im Wein-Markting sind besonders viele Frauen unterwegs. Ursache? Vielleicht haben Frauen wirklich die besseren Ideen, sind kontaktstärker, hartnäckiger und haben den langen Atem , um all diese vielfältigen Aufgaben erfolgreich umzusetzen?

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