Großbritannien nicht mehr in Champagner-Laune

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Die Party ist vorbei: Die Banker haben keine Lust mehr auf Champagne. Und die ganze Insel mit ihnen. Im Dezember sanken die Chamapgner-Umsätze um dramatische 25%  gegenüber Vorjahr. Die 1,6 Mio Kisten, die 2007 konsumiert wurden, stellen wohl einen einmaligen Höhepunkt dar, so der „Guardian“ zum Jahresende. Großbritannien ist weltweit der größte Champagner-Markt. Bereits in den ersten 10 Monaten 2008 lagen die Einfuhrzahlen um 12,28% gegenüber Vorjahr zurück.

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Majestic Wine Vaults in Vinopolis, London foto:horaceko/flickr

„London macht eine neue Krisenerfahrung“, schrieb die SZ diese Woche. Es wurden nicht nur Bentley- und Ferrari-Bestellungen storniert, auch das Trinkverhalten hat sich geändert: zum Fest und zum Jahreswechsel waren Cava und preiswerte Übersee-Schaumweine gefragt. Insgesamt dürfte die in UK wachstumsverwöhnte Champagne in einem ihrer wichtigsten Märkte 10% verloren haben. Schaumwein bei Tesco und Asda für teilweise unter 10 GBP verschlimmerte die Situataion. 50% Rabatt für Champagne: ein Desaster!

Ganz besonders war Majestic als größter Fachhändler betroffen: die für Champagne-Absätze wichtigen Firmenkunden hatten schon vor dem Weihnachtgeschäft um 6,4% eingebüsst. Das Präsent-Geschäft vor Weihnachten fiel weitgehend aus. Insgesamt mußte Majestic einen Umsatzrückgang von 2,9 % bekanntgeben. Majestic mit aktuell 147 Shops in Großbritannien und etwa 850 Mitarbeitern setzte 2007/08 197,03 Mio GBP um. Die Kette entstand in den 80er Jahren nach dem Vorbild von Jacques‘ in Deutschland. Majestic musste in seinen Anfängen aus rechtlichen Gründen als Großhändler firmieren, um eine Lizenz zu bekommen. Der Status wurde bis heute beibehalten, deshalb beträgt der Mindestkauf eine Kiste (12 Flaschen, auch gemischt).

Nach Deutschland wurden 2008 nach Auskunft des Champagne Büros in den ersten 10 Monaten 7.240.442 Flaschen geliefert. Das entspricht einem Minus von 13,28% gegenüber dem Vorjahr.  Sollte sich auch bei uns eine Entwicklung wie in Großbritannien anbahnen, müßten sich in erster Linie die auf Firmenkunden spezialisierten Händler Gedanken um ihr Geschäft machen. Nach dem insgesamt guten Weihnachtsgeschäft wäre interessant zu wissen, wie die traditionelle Januar-Champagner-Offerte einiger Versandhändler gelaufen ist.

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