Gute Nachricht: auch in der Krise wird Wein getrunken

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Am Mittwoch fand der erste Wineblogger Roundtable im Hafenclub in Hamburg statt. Zum Thema „Wine Agenda 2020 – Outlook to the winebusiness in the second decade of the 21th Century” war Chefanalayst Arend Heijbroek von der Rabobank eingeladen. Die niederländische Rabobank (vergleichbar den deutschen Volks- und Raiffeisenbanken) ist international stark in der Agrarwirtschaft und auch im Wein engagiert. Heijbroek ist einer der führenden Analysten für Wein und Getränke weltweit. Er beobachtet und analysiert die Branche seit fast 30 Jahren.

Arend Heijbroek, Rabobank

Arend Heijbroek, Rabobank

Gleich zu Beginn der lebhaften Diskussion konnte Heijbroek eine gute Nachricht verkünden: die aktuelle Krise wird die Konsumenten nicht davon abhalten, Wein zu trinken. Wein ist vor allem in den Mittelschichten zu einem integrativen Bestandteil des Lifestyle geworden. In den USA, wo die Krise schon etwas länger anhält, ist zur Zeit zu beobachten, daß die Verbraucher zwar preiswerter einkaufen, aber die Menge weiterhin stabil bleibt. Zudem sei sehr erfreulich, zu beobachten, daß Kunden die vorher Qualitätswein gekauft hätten, auch weiterhin auf Qualität achten.

In den USA bedeutet das eine weiterhin gute Entwicklung für Markenweine wie Yellow Tail, da die Amerikaner sehr markenorientiert seien. Marke bedeute dort Einkaufssicherheit = Qualität.  Klar sei auch, dass in der Krise zuerst die Gastronomie leide. Dafür machten es sich die Leute aber zu Hause bequem. Produzenten und Händler, auch bei uns, müßten sich darauf einstellen. Die Krise werde nicht so schnell vorbeigehen, wie manch einer glauben machen will.

Heijbroek betonte des öfteren die Wichtigkeit von Verbraucher-Information und -schulung. Wer einmal die Erfahrung gemacht habe, für 5/6/7 Euro ein ganz anderen Wein und ein ganz anderes Geschmackserlebnis zu bekommen, als in der Preiseinstiegszone, sei bereit, mehr Geld für ein Flasche Wein auszugeben. Dieser Konsument werde auch in Krisenzeiten auf Qualität achten. Auch wenn Deutschland fest in der Hand der Discounter sei, eröffneten sich hier Chancen für den ambitionierten LEH und den Fachhandel.

An dem Gespräch nahmen Petra Mayer, Mario Scheuermann, Nicko Rechenberg, Anton Viehhauser, Eckard Supp, Michael Pleitgen und Daniel Eckert aus der Wirtschaftsredaktion der WELT teil. Weitere interessante Details werden hier und auch bei den Kollegen in den nächsten Tagen zu lesen sein.

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