Prognose Ausgaben für Werbung in Internet und Print

Online Werbung: Wein ist zu klein

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Die guten Plätze bekommen andere – als Kleiner mit kleinem Budget hat man keine Chance. Zu dieser Aussage zum Thema Online-Werbung kamen übereinstimmend die Internet-Anbieter aus dem Weinhandel im Seminar Weinhandelsmarketing an der Hochschule Heilbronn.

Prognose Ausgaben für Werbung in Internet und Print

Prognose Ausgaben für Werbung in Internet und Print

Da die Systeme für die Vermarktung von Anzeigenplätzen im Internet nach dem Auktionsprinzip funktionieren, kommen die Weinhändler mit ihrem im Vergleich sehr bescheidenen Budget kaum zum Zuge.

Online überholt Print

Der Kampf um die guten Werbe-Plätze im Internet ist im vollen Gange: 2012 wurden rund 6,4 Milliarden Euro in Deutschland für Online-Marketing ausgegeben – davon etwas mehr als die Hälfte für klassische Online-Werbung. 2013 prognostiziert der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) deutlich über 7 Millarden Euro. Schon in diesem Jahr wird wohl mehr in Internet-Werbung investiert als In Funk und Fernsehen.

In den nächsten Jahren werden die Ausgaben für digitale Werbung größer sein als für Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften. Der Weinbranche hilft es nicht viel: genau wie im Print wird Weinwerbung online kaum sichtbar sein – sie geht mangels Masse im Werbekonzert unter.

Nur die Hälfte der Online-Anzeigen ist sichtbar

Beim Thema Sichtbarkeit streiten die die Online-Werber seit Jahren um ein ganz anderes Thema: das Stichwort heißt „viewability“ – ein großer Teil der Online-Werbung hat gar keine Chance überhaupt wahrgenommen zu werden, da die Anzeigen zum Beispiel unterhalb des „Knicks“ platziert sind. Der User muß erst scrollen, damit die Anzeige ins Blickfeld gerät. Trotzdem gilt die Anzeige als ausgeliefert und muss bezahlt werden.

„Es ist schlimmer als gedacht – fast die Hälfte der Anzeigen sieht niemand“ überschreibt das Fachmagazin AdAge den Bericht zu einer Studie von ComScore, die die Anzeigenschaltungen von 22 der Top 25 werbetreibenden Unternehmen analysiert. Darunter Schwergewichte wie Procter&Gamble und Kellogs. Damit geht es Online-Anzeigen nicht anders als Anzeigen im Print. Wer die Mittel hat zu optimieren, erreicht deutlich bessere Resultate: mit neuen Tools, die die viewability verbesserten, verfünffachte Kellogs innerhalb von zwei Jahren die Wirkung seiner Online-Kampagnen. Auch das eher ein Thema für die Großen.

Wein online wird zum Thema für Spezialisten

Die Komplexität im Internet nimmt an allen Fronten zu: Benutzerfreundlichkeit, Suchmaschinenoptimierung, Affiliate Marketing oder klassische Anzeigenwerbung. E-Commerce im Wein bedeutet nicht, eben mal einen genialen Shop in Netz zu stellen. Auch im Wein wird Online-Marketing immer mehr zu einem Thema für Spezialisten. Langsam trennt sich die Spreu vom Weizen – wie es VINEXUS Geschäftsführer und Inhaber Dieter Stoll in Heilbronn formulierte.

Für diejenigen Händler, die nicht in den E-Commerce einsteigen möchten bleibt die Option, Online-Shop und Online-Marketing als Service und Werbemittel zur Betreuung ihrer Kunden einzusetzen. Da warten wir noch auf die ersten funktionierenden Modelle aus der Branche. Vielleicht gibt es dazu beim Fachhandelstag am 9. September in Heilbronn mehr zu berichten.

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2 Kommentare

  1. Pingback: Ein Tag für den Weinfachhandel

  2. Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Immer wieder ein sehr spannend sich mit dem Thema zu beschäftigen.

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