Reden gehört zum Handwerk des Weinverkaufens

| 3.386 mal gelesen | 1 Kommentar |

Eine charmante Idee: zu einem Wein-Abend für Frauen hatte ein Weinhändlerin als Intermezzo ihre Nachbarin aus dem Wellness-Studio eingeladen. Natur-Kosmetik und Wein sollten ihr Thema sein. Allein – die in ihrem Studio sehr beredte Dame brachte kein Wort heraus. Die Situation wurde mit einem Wein überbrückt. Gegen Ende des – dann doch noch sehr gelungenen – Abends plauderte die Kosmetikerin in einer Ecke mit zwei, drei Frauen so laut über ihre Wein-Pflegeprodukte, dass die anderen Teilnehmerinnen leicht genervt waren.

Es macht einen großen Unterschied, ob man im persönlichen Gespräch oder in einer Beratung zu sprechen hat oder vor einer größeren Gruppe.

Moderator mit Dominik Mühl, Paul Truszkowski, Alexander Ultes

Moderation bei der CEBIT mit Dominik Mühl, Paul Truszkowski, Alexander Ultes

Sehr vielen Menschen macht es die größte Angst, öffentlich auftreten zu müssen. In jeder Buchhandlung finden sich Ratgeber, wie man seine Redeangst überwindet, im Internet sind die Angebote Legion. Die Crux ist – wer Wein verkaufen will, als Winzer oder Händler, kommt früher oder später in die Situation, vor einer größeren Gruppe sprechen zu müssen. Das gehört einfach dazu, denn Wein lebt von Geschichten. Und diese Geschichten kann er nicht selbst erzählen – dafür braucht er jemanden, der sie erzählt. Ein großer Teil der Arbeit in der Weinbranche ist Kommunikation.

Tom Wark bezeichnete diese Tage in einem sehr persönlichen Beitrag auf seinem Fermentation Blog die Fähigkeit in der Öffentlichkeit zum Thema Wein zu kommunizieren, als eine der wichtigsten für eine Karriere in der Weinwirtschaft. Er schildert, wie er es geschafft hat, seine eigene Redeangst zu überwinden – ein bißchen Zwang war dabei – als er während seines Studiums die Ergebnisse seiner Arbeiten im Seminar vortragen mußte.

Leider sind Rhetorik-Kurse und Rede-Ausbildung während eines Weinstudiums oder bei einer Ausbildung im Weinfach meist nur freiwillige Angebote, wenn es sie denn überhaupt gibt. Reden und professionelles Präsentieren kann man lernen! Wer Angst vor öffentlichen Auftritten hat oder sich dabei unwohl fühlt, sollte sich einmal nach einem Kurs oder einem Coach umsehen. Es ist ein bißchen so, wie mit der Flugangst – Wissen und Methoden helfen!

Ich selbst habe dieses Problem nie gehabt – außerdem gehörte Unterrichten und Reden halten zu meiner Lehrer-Ausbildung. Heute sind Seminare und Vorträge  Teil meines beruflichen Alltags. Trotzdem sind auch für mich die Minuten, bevor es dann richtig losgeht, immer noch spannend. Ein bißchen nervös darf man schon sein, das – habe ich mir sagen lassen – ist ganz normal.

Das könnte Sie auch interessieren:

Ein Kommentar

  1. Pingback: Sprechen wir die Sprache unserer Kunden?

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.