Standort: Freund oder Feind – der Weinladen gegenüber

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Weinladen

Weinladen direkt gegenüber? foto:suvodeb/flickr

Zwei Weingeschäfte gegenüber an der gleichen Strasse – von dem einen Laden kann man in den Verkaufsraum des anderen sehen. Kann das gut gehen? Zugegeben, die Situation ist extrem – aber es gibt genug Beispiele in Berlin, Hamburg, Essen oder München, wo Läden nur wenige Meter voneinander liegen und ein erfolgreiches Geschäft betreiben.

Das Modell ist aus dem Lebensmittelhandel bekannt: sogenannte Koppelstandorte – zum Beispiel ein Discounter und ein Vollsortimenter Tür an Tür. ALDI und EDEKA teilen sich den gleichen Parkplatz, das gleiche Gebäude. Voraussetzung für ein erfolgreiche „Kohabitation“ sind möglichst überschneidungsfreie Sortimente.

Oft kommen solche Koppelstandorte durch Auflagen der Gemeinden oder beschränkte Flächen zustande. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass ein solches Doppel-Pack die Attraktivität eines Standortes insgesamt erhöhen kann. Davon profitieren beide Partner. Laut einer Studie von GFK Geomarketing hält der Trend zum Koppelstandort weiter an: seit 2008 ist die Zahl der Koppelflächen um 5,6% gewachsen. Bei den großen ALDI und LIDL ist der Anteil der Koppelstandorte bei den Neuzugängen stärker gestiegen als die Solo-Standorte.

Was kann man im Weinhandel daraus lernen? Es macht Sinn, sich mit einem differenzierten Fachhandelsangebot neben einem zugkräftigen Partner anzusiedeln, der die gleiche Kundschaft anspricht. Das kann ein Lebensmittler sein oder noch besser, einer der vielen neuen Bio-Supermärkte wie Alnatura, BioCompany, Basic oder wie sie auch heissen. Diese Märkte sprechen eine aufgeschlossene, zahlungskräftige Klientel an, die unter Bio eine Art Feinkost versteht und sicher auch mal die ein oder andere Flasche Bio-Wein kauft. Sie dürfte aber auch für ein gutes Fachhandels-Sortiment empfänglich sein.

Und die Situation mit dem Laden gegenüber? Fast überall gibt es die „Auto-Strassen“, wo ein Autohändler neben dem anderen liegt. In Mülheim/Ruhr gibt es die Karavanen-Strasse, wo der „Pott“ und die Leute aus D-dorf sich orientieren, wenn sie ein Wohnmobil erstehen möchten. In Berlin gibt es am Mehringdamm/Bergmannkietz in Kreuzberg sieben Weinläden, im Prenzlauer Berg sogar acht Läden auf wenigen hundert Metern.

Das Angebot ist hier wie dort von Laden zu Laden sehr unterschiedlich: von Premium über Öko bis Jacques’. Hier findet sich etwas für jeden Geschmack. Und da die Weinkäufer die Abwechslung lieben, ist überall etwas los.

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