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Beiträge zum Thema “Funchal”

Filipe Concalves Azevedo und Ricardo Tavares, Madeira Wine Company

Filipe Concalves Azevedo und Ricardo Tavares, Madeira Wine Company foto: MWPleitgen

Die Weinkellereien auf Madeira und die meisten Weinbauern sind vom aktuellen Unwetter verschont geblieben. Das schrieb uns gestern Ricardo Tavares, Exportleiter der  Madeira Wine Company (Blandys, Leacock’s & Cossart Gordon) in einer Mail. Obwohl die Blandys Kellerei und die alten Lodges in der stark betroffenen Altstadt von Funchal liegen, ist dort nichts passiert. Lesen Sie weiter »

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Freunde in Berlin wollten am Samstag früh nach Madeira fliegen. Von ihnen hörten wir als erstes vom Unwetter. Sämtliche Flüge zur Insel waren gecancelt. In den Medien bei uns war die Berichterstattung  noch nicht richtig angelaufen, auch die Online-Portale von Spiegel und Stern brachten noch keine Details. Twitter Search allerdings ergab unter “Madeira” und “Funchal” Tweets Lesen Sie weiter »

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“Wenn Ihnen heute morgen kalt ist, gehen wir zuerst in unser Treibhaus” begrüßt uns Filipe Azevedo in der Kellerei bei Blandy’s in Funchal. Aber in der Sonne ist es so schöln warm, daß wir zunächst noch ein paar Minutem auf dem Hof bleiben. Filipe zeigt uns die Traubenannahme und die grünen Traubenkisten, in denen die Weinbauern ihre Trauben von den Weinbergen in die Kellerei transportieren. 20 Kilo, maximum 50 Kilo in einer Kiste. So werden die Trauben nicht schon auf dem Transport zerquetscht und geraten womöglich in Gärung.

Filipe Concalves Azevedo, Qualitätsmanager bei Blandy's

Filipe Concalves Azevedo, Qualitätsmanager bei Blandy

Hier bei der Traubenanahme fällt die erste Entscheidung für den späteren Weinstil: trocken oder süß. Die rote Tinta Negra wird für die “dry” und “medium dry” Variante sofort abgepreßt und vergoren, während für den “sweet” Madeira eine Maischgärung wie beim Portwein angewandt wird. Die weissen Rebsorten werden trocken ausgebaut. Nach dem Pressen beginnt die Gärung, die zu einem bestimmten Zeitpunkt durch die Zugabe von Alkohol gestoppt wird. Eine weitere wichtige Maßnahme, um den späteren Wein-Stil festzulegen.

Die meist angebaute Rebsorte auf  Madeira ist die rote Tinta Negra. Sie ist sicher im Ertrag und wird für die Basisweine benutzt.”Das ist das, was Sie hinterher in Ihrer Consommé au Madeira finden. Die kleinen Fläschchen. 3 – 5 Jahre alt und mit dem Estufagem-Verfahren zubereitet.” Der Wein wird 3 Monate in großen Tanks auf 45 Grad erhitzt. Dabei verändert er nicht nur die Frabe: aus Rot wird ein blasses Braun, er oxidiert und verändert sich komplett im Geschmack. Damit er etwas Farbe bekommt, wird ihm etwas Karamel-Coleur zugesetzt. Die Brot -und Butter Variante des Madeira.

Der Stolz sind jedoch die nach der traditionellen, zeitaufwendigen Canteiros-Methode hergestellten Madeira-Weine. Der Wein wird nicht erhitzt, sondern lagert in Holzfässern mindest 5 bis 20 Jahre oder länger, bis er abgefüllt wird. Dabei werden keine neuen Fässer verwendet, denn sie sollen den Wein nicht aromatisieren, sondern für eine langsame Oxidation und Konzentration sorgen.

Wir waren natürlich auf den Estufagem-Keller gespannt. Als Filipe die Tür öffnet schlägt uns tropische Hitze entgegen. Es riecht intensiv nach Alkohol, Gewürzen und Kräutern. An den Tanks stehen die Thermometer auf 45 Grad. “Willkommen im Treibhaus!” sagt Filipe “Hier ist auf der Frühlingsinsel das ganze Jahr Hoch-Sommer!”

PS “ESTUFA” ist das portugisische Wort für Treibhaus oder Gewächshaus.

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AIDA Mountain-Biker in Funchal

AIDA Mountain-Biker in Funchal

Sonntag Mittag in Funchal: weit draussen auf dem Meer wächst eine Stadt aus dem Wasser und wird von Minute zu Minute größer. Die AIDAbella steuert die Hafenmole an. Vor der Hafeneinfahrt dreht sich der Koloß elegant und gleitet dann langsam rückwärts in das Hafenbecken. Oben an Deck die erwartungsvollen Kreuzfahrer. Es wird fotografiert und gefilmt, was das Zeug hält.

Die Stadt mit ihrer jahundertealten Tourismuserfahrung stellt sich auf den Besuch ein: die deutschen Speisekarten und Hinweistafeln werden etwas besser ins Bild gesetzt. Weing später ist Düsseldorf, Möchengladbach, Frankfurt-Dreieich und München-Gräfelfing im Grand Cafe “Golden Gate” auf dem Platz vor der Kathedrale “Sé” angekommen. Und bestätigt den Eindruck, dass Billig-Tourismus auf Madeira trotz sehr angenehmer Preise in Hotels und Restaurants ausgeblendet bleibt: kein Strand, zu weit weg von allem, zu verschlafen und keine Investionen in Richtung Massentourismus.

Bizarr dann am Nachmittag in den engen Gassen der “Zona Velha” das Zusammentreffen mit (gefühlten) 100 Mountain-Bikern. Alle topp-ausgerüstet, vorschriftsmäßig identisch silbrig behelmt und mit AIDA-Mountain-Bikes ausgestattet.Vorneweg der Tourguide, am roten Helm und dem Super-Proifi-Outfit zu erkennen. Vor dem Mercado dos Lavradores noch eine kurze Lagebesprechung für den weiteren Ritt durch die Strassen des modernen Geschäftsviertels, dann ist der Spuk verschwunden.

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Diese Woche sind wir auf Madeira. Zum Wandern und natürlich, um zu schauen wo der Wein angebaut und ausgebaut wird.

Am Dienstag werden wir die Madeira Wine Company (Blandys) besuchen und Francisco Albuquerque treffen, der schon zum dritten Mal bei der Londoner IWC Winemaker of the year wurde. In 25 Jahren IWC, der einzige, der das bisher geschaftt hat.

Die Reise können Sie auf Twitter unter http://twitter.com/michaelpleitgen verfolgen. Oder in der ständig aktualisierten Feedspalte links auf dieser Seite.

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