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Beiträge zum Thema “Madeira”

Filipe Concalves Azevedo und Ricardo Tavares, Madeira Wine Company

Filipe Concalves Azevedo und Ricardo Tavares, Madeira Wine Company foto: MWPleitgen

Die Weinkellereien auf Madeira und die meisten Weinbauern sind vom aktuellen Unwetter verschont geblieben. Das schrieb uns gestern Ricardo Tavares, Exportleiter der  Madeira Wine Company (Blandys, Leacock’s & Cossart Gordon) in einer Mail. Obwohl die Blandys Kellerei und die alten Lodges in der stark betroffenen Altstadt von Funchal liegen, ist dort nichts passiert. Lesen Sie weiter »

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Freunde in Berlin wollten am Samstag früh nach Madeira fliegen. Von ihnen hörten wir als erstes vom Unwetter. Sämtliche Flüge zur Insel waren gecancelt. In den Medien bei uns war die Berichterstattung  noch nicht richtig angelaufen, auch die Online-Portale von Spiegel und Stern brachten noch keine Details. Twitter Search allerdings ergab unter “Madeira” und “Funchal” Tweets Lesen Sie weiter »

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Die Weine von der Insel 600 km westlich von Casablanca im Atlantik, gehören zu den langlebigsten Weinen überhaupt. Obwohl sie noch gar keine lange Geschichte haben, ranken sich um sie zahlreiche Legenden. Kaum jemand weiss, was sich wirklich hinter dem „Estufagem“ Prozeß verbirgt, der ihnen fast ewige Jugend verleiht.

In unserem Kurz-Seminar beim Hamburger Weinsalon erfahren sie alles über das Geheimnis ihrer einzigartigen, typischen Aromatik, über die Rebsorten, den Anbau, die Zubereitung und die Stile. In der Probe werden 5 verschiedene Typen von traditionell bis modern vorgestellt und besprochen.

Madeira – Wein aus dem Meer
Referent Michael Pleitgen
Hamburger Weinsalon
Samstag, 16. Januar 2010

14h00 ca. 45 Minuten

Anmeldung über die Kontaktseite, bitte Hinweis „Weinsalon“ eingeben!

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Halbzeitstimmung im Kurs: für die Welt draussen ist heute Samstag, drinnen steht ab 9 Uhr die Iberische Halbinsel auf dem Programm. Dozentin ist Kristina Kramer von der Hochschule in Heilbronn. Der WSET Advanced Kurs ist für die Studenten der Weinbetriebswirtschaft in Heilbronn Bestandteil ihres Studiums mit dem netten Nebeneffekt, ein zusätzliches internationales Zertifikat zu bekommen. Die WSET Zertifikate sind in der englischsprachigen Welt Standard und auch in Südeuropa und Südamerika anerkannt. Das erleichtert es bei der Stellensuche für Auslandspraktika.

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Spanien hat noch viel Potential, der Riese Lesen Sie weiter »

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Wieder zurück im winterlich weissen Berlin: über Madeira wissen wir jetzt besser Bescheid. Und haben für unsere Kurse jede Menge Fotos mitgebracht.

Reben bei Sao Vicente

Reben bei Sao Vicente

Hier kann man deutlich sehen, wie Geschichte, Strukturen in Anbau, Erzeugung und Handel das letztendliche Produkt beeinflussen. Kleinste Nebenerwerbswinzer bauen auf handtuchschmalen Terrassen auf der Nordseite der Insel die Reben an. Hier gibt es zwar genug Wasser, aber zuwenig Sonne. Die Südseite der Insel ist weitgehend für den Bananenanbau reserviert. Dort gibt es viel Sonne und das Wasser wird über Känale (Levadas) aus dem Norden herübergeleitet.

Für einen einzelnen Winzer würde sich der Weinausbau nicht lohnen. Die Menge ist einfach zu gering. So sind die großen Verarbeiter und Kellereien entstanden, die entweder vom Festland aus gegründet oder im Laufe der letzten 200 Jahre von Ihren Händlern und Distirbuteuren vom Festland aus gekauft wurden. Da es damals keinen “Inlandsmarkt” gab, mußten die Weine schiffbar sein, wurden mit Alkohol verbessert und haltbar gemacht. Ähnlich wie Port und Marsala. Das Besondere an Madeira war seine sehr südliche Lage, sodass der Transport lang war und sich der Wein deutlich veränderte. Der typische Madeira-Geschmack (kräutrig, würzig, Stichwort: Sotolon) entstand. Durch die Technik des “Canteiro” (traditionell) und des “Estufagem” (preiswert) wurde später der Prozeß in der Kellerei nachgeahmt.

Hier einige Eindrücke aus den Rebbbergen bei Sao Vicente, Seixal und Port Moniz sowie aus der Kellerei der Madeira Wine Company.

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“Wenn Ihnen heute morgen kalt ist, gehen wir zuerst in unser Treibhaus” begrüßt uns Filipe Azevedo in der Kellerei bei Blandy’s in Funchal. Aber in der Sonne ist es so schöln warm, daß wir zunächst noch ein paar Minutem auf dem Hof bleiben. Filipe zeigt uns die Traubenannahme und die grünen Traubenkisten, in denen die Weinbauern ihre Trauben von den Weinbergen in die Kellerei transportieren. 20 Kilo, maximum 50 Kilo in einer Kiste. So werden die Trauben nicht schon auf dem Transport zerquetscht und geraten womöglich in Gärung.

Filipe Concalves Azevedo, Qualitätsmanager bei Blandy's

Filipe Concalves Azevedo, Qualitätsmanager bei Blandy

Hier bei der Traubenanahme fällt die erste Entscheidung für den späteren Weinstil: trocken oder süß. Die rote Tinta Negra wird für die “dry” und “medium dry” Variante sofort abgepreßt und vergoren, während für den “sweet” Madeira eine Maischgärung wie beim Portwein angewandt wird. Die weissen Rebsorten werden trocken ausgebaut. Nach dem Pressen beginnt die Gärung, die zu einem bestimmten Zeitpunkt durch die Zugabe von Alkohol gestoppt wird. Eine weitere wichtige Maßnahme, um den späteren Wein-Stil festzulegen.

Die meist angebaute Rebsorte auf  Madeira ist die rote Tinta Negra. Sie ist sicher im Ertrag und wird für die Basisweine benutzt.”Das ist das, was Sie hinterher in Ihrer Consommé au Madeira finden. Die kleinen Fläschchen. 3 – 5 Jahre alt und mit dem Estufagem-Verfahren zubereitet.” Der Wein wird 3 Monate in großen Tanks auf 45 Grad erhitzt. Dabei verändert er nicht nur die Frabe: aus Rot wird ein blasses Braun, er oxidiert und verändert sich komplett im Geschmack. Damit er etwas Farbe bekommt, wird ihm etwas Karamel-Coleur zugesetzt. Die Brot -und Butter Variante des Madeira.

Der Stolz sind jedoch die nach der traditionellen, zeitaufwendigen Canteiros-Methode hergestellten Madeira-Weine. Der Wein wird nicht erhitzt, sondern lagert in Holzfässern mindest 5 bis 20 Jahre oder länger, bis er abgefüllt wird. Dabei werden keine neuen Fässer verwendet, denn sie sollen den Wein nicht aromatisieren, sondern für eine langsame Oxidation und Konzentration sorgen.

Wir waren natürlich auf den Estufagem-Keller gespannt. Als Filipe die Tür öffnet schlägt uns tropische Hitze entgegen. Es riecht intensiv nach Alkohol, Gewürzen und Kräutern. An den Tanks stehen die Thermometer auf 45 Grad. “Willkommen im Treibhaus!” sagt Filipe “Hier ist auf der Frühlingsinsel das ganze Jahr Hoch-Sommer!”

PS “ESTUFA” ist das portugisische Wort für Treibhaus oder Gewächshaus.

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