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Beiträge zum Thema “Pankow”

In Berlin-Pankow werden Ekel-Gastronomen zukünftig vom Bezirksamt im Internet bloßgestellt. Die Öffentlichkeit begrüßt diese Initiative. Die Wirte sind dagegen, weil es ihr Geschäft ruinieren könnte und sie sich willkürlich angeprangert fühlen.

Wie ist Ihre Meinung:

Sollen Behörden "unsaubere" Gastronomen im Internet auflisten?

  • Ja, ist im Interesse des Verbrauchers (51 mal gewählt = 89%)
  • Nein, ist geschäftsschädigend (5 mal gewählt = 9%)
  • Weiß nicht (1 mal gewählt = 2%)

57 Stimmen

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Comments 3 Kommentare »

Nachdem das Bezirksamt Pankow am Montag seine Negativ-Liste mit Ekel-Gastronomen herausgegeben hat, kocht die Volksseele. Die Leser-Kommentare zu den Online-Berichten aus Tagesspiegel, Morgenpost, Berliner Zeitung und BZ sprechen eine ziemlich eindeutige Sprache: Anschlag auf die Gesundheit, am besten sofort dichtmachen!

Berlin Schönhauser Allee <br>foto:angermann/flickr

Berlin Schönhauser Allee foto:angermann/flickr

Auch die Votings in der Morgenpost und der BZ sind eindeutig: 96 Prozent der Befragten finden den Internet-Pranger richtig und ebenso viele finden regelmäßig veröffentlichte Listen als hilfreich. Die Zeitungen sind voll von Ekel-Bildern und Filmen. Es scheint, als habe das Bezirksamt doch auch Beweisfotos für die Presse freigegeben. Rattenfallen im Waschbecken, Gammelhühner in der Küche und verrottetes Gemüse und Obst. bild.de hat gleich einige der betroffenen Wirte besucht und nach ihrer Meinung gefragt. Eine Wirtin über die Liste: „Eine Schweinerei. Man kann es dem Amt nicht recht machen, die finden immer was.“

Da nicht alle Betriebe ständig und zum gleichen Zeitpunkt überprüft werden können, sieht die DEHOGA den Gleichheitsgrundsatz missachtet und will klagen, falls ein DEHOGA Mitglied betroffen ist. Auf der am Montag veröffenlichten Liste findet sich kein DEHOGA Gastronom, wohl aber drei Betriebe des größten deutschen Back-Filialisten. Schaut man auf Volkes Meinung, haben die Wirte schon verloren. Auch DEHOGA Chef Lengfelder lenkt im Berliner Kurier ein: “Saubere Lokale müssen eine Selbstverständlichkeit sein.”

Die meisten der beanstandeten Betriebe finden sich im Raum Schönhauser Allee und Weissensee. Für jemandem, der mit offenen Augen durch die Stadt geht und eine einigermaßen feine Nase hat, sicher keine Überraschung.

Die Berliner Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) kann sich vorstellen, daß das Pilotprojekt auch auf andere Bezirke ausgedehnt wird, wenn es sich als positiv herausstellt. Nach dem, was heute an Online-Kommentaren zu lesen war, dürfte sie bei einem solchen Vorhaben auf breite Zustimmung in der Bevölkerung stossen.

Beachten Sie auch meine Umfrage zum Thema:

Sollen Behörden zukünftig “unsaubere” Gastronomen im Internet auflisten?

Der Hauptstadtblog hat sich heute ausführlich zum Thema geäußert.

Comments 2 Kommentare »

Das Bezirksamt Berlin Pankow wird als erstes die Ergebnisse der Gastätten-Kontrollen des Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsames im Internet veröffentlichen. Die Negativliste mit ca. 40 Betrieben soll ab Montag, 2. März 12h00 auf der Internetseite der Behörde zu finden sein. Nach Aussage des Amtes geht es um “Betriebe, die gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch sowie die mitgeltenden Rechtsvorschriften und gegen Rechtsakte der Europäischen Union (EU) verstoßen haben. Die veröffentlichten Verstöße erfüllen mindestens den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit.”

Der Pankower Verbraucherschutzstadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) sagte dazu am Montagmorgen in Radioeins von RBB sinngemäß, es gefalle sicher niemanden, wenn im rückwärtigen Bereich seiner Lieblingsgaststätte üble hygienische Zustände herrschten. Davor wolle die Initiative den Bürger bewahren. Der Gastronom habe in der Regel 14 Tage Zeit. Wenn er danach die Zustände nicht abgestellt habe oder dazu nicht in der Lage sei, käme er auf die Liste. Zugleich würden natürlich die vorgeschriebenen behördlichen Maßnahmen eingeleitet.

Pankow: Smiley-Button

Pankow: Smiley-Button

Parallel zu der Aktion im Internet sollen auch positiv beurteilte Betriebe die Möglichkeit haben, dies nach aussen darzustellen. Im Rahmen des sogenannten Smiley-Projektes können sie einen “Alles sauber”-Button erwerben.

Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung habe das Bezirksamt vorgehabt, Bilder der Beanstandungen ins Internet zu stellen. Das habe man aber der Öffentlichkeit dann doch nicht zumuten wollen. Mehr und mehr entwickelt sich das Internet zum schnellen und effektiven Instrument für den Verbraucherschutz. Die DEHOGA hat nach Aussage von BILD.DE Widerstand angekündigt: „Da der Bezirk nicht alle Gaststätten regelmäßig kontrolliert, wird hier der Gleichheitsgrundsatz missachtet. Sollte das Bezirksamt einen DEHOGA-Betrieb öffentlich brandmarken, werden wir dagegen klagen!“

Beachten Sie auch meine Umfrage zum Thema:

Sollen Behörden zukünftig “unsaubere” Gastronomen im Internet auflisten?

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