Prowein Düsseldorf

Und am Sonntag geht’s zur Prowein …

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Die Branche überschlägt sich, der Briefkasten und das Email-Postfach quellen über. 163 emails an einem Tag habe er bekommen, ließ ein Berliner Fachhändler und Importeur seine Freunde auf Facebook wissen.

Prowein Düsseldorf

Prowein foto: Rene Tillmann / Messe Duesseldorf

Wenige Tage vor der Messe sind wir da, wo die PR-Leute in letzter Zeit angesichts mehr als magerer Anmeldezahlen für ihre Tastings und Events so oft sind: die Phase der persönlichen Ansprache, der personalisierten Emails, der Anrufe, der lange etablierten Kontakte ist angebrochen. Es gilt die Plätze bei Pressekonferenzen, Events und Partys zu füllen – ohne persönliche Ansprache geht nichts mehr.

Aussteller-Rekord – was ist mit den Besuchern?

Eine PR-Dame bemerkte neulich im Zuckerberg-Kanal, die Messe präsentiere mal wieder einen Aussteller-Rekord – das sei ok. Aber woher nehme man die Besucher?! Wir dürfen gespannt sein. Osten, Westen, Norden … die Messe wird uns hinterher wieder sagen, wieviele Chinesen da waren.

Mehr Aussteller heißt aber auch, weniger Aufmerksamkeit für das eigene Angebot. Es wird immer schwerer, in der Masse aufzufallen. Das ist der Grund für die vervielfachten Anstrengungen der PR-Damen.

Die Besucher werden immer genervter. Die Umstellung der Hallenpläne im letzten Jahr schuf zusätzliche Irritationen. Immer mehr Kollegen sagen es mehr oder weniger öffentlich: sie würden nicht hingehen, wenn sie nicht müssten.

Bleiben die Ausländer wieder unter sich?

80% der Aussteller kommen aus dem Ausland – ich sehe schon, dass sich Franzosen, Italiener und Spanier in ihren aufgeräumten Hallen mal  wieder blendend drei Tage lang mit ihren Kollegen vom Stand nebenan oder gegenüber unterhalten. Sie kommen in ein Land, in dem der einheimische Wein trotz hoher Preise reüssiert und Ausländer nur mit extremen Angeboten punkten können.

Gewinner waren 2013 LEH und Discounter

Den neuesten Zahlen zufolge hat 2013 der Lebensmittelhandel in einem Markt mit weniger Konsumenten, rückläufigen Mengen und steigenden Preisen mit 4% zulegen können. Der große Gewinner ist der Discount, voran die Firma mit dem großen A. Und das nicht mit Niedrigpreisen. Im Wein liegt Wertschöpfung – das hat man in Essen und Mülheim nur zu gut verstanden und spielt meisterlich auf dieser Klaviatur.

Fachhändler und Winzer haben wieder eingebüßt – die überraschenden Zahlen von 2011/12, als der Fachhandel einem ansonsten rückläufigen Markt mit + 10% Wertzuwachs zu trotzen schien, haben sich als ein statischer Ausreißer erwiesen.

Wo geht die Reise für den Fachhandel hin?

Wie geht’s weiter? Wo geht die Reise insbesondere für den Fachhandel hin? Ich freue mich bei der PROWEIN über Diskussionen. Sie treffen mich jeden Tag  in der Halle 6 Stand K101 bei Wein+Markt / WSET.

Am Prowein-Sonntag um 16h00 stelle ich beim Prowein Forum Halle 7.1 zusammen mit Werner Engelhard von WEIN+MARKT  Neue Projekte aus dem Fachhandel vor. Ist öffentlich, dauert nur 45 Minuten. Bei der Veranstaltung gibt es zwar nichts zu probieren, aber einige Anregungen zum Mitnehmen …

Gute Gespräche und meine Sorge um den Fachhandel sind zwei Gründe, warum ich dieses Jahr auf der  Prowein bin.

Wir sehen uns!

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