USA – this is beer country!

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After work I'd fancy a beer or two ......

After work I'd fancy a beer or two ...... foto:mpleitgen

21 Stockwerke tiefer und zwei Straßen weiter liegt der Pub in dem wir uns gleich ein Feierabend-Bier gönnen. Ich bin im Büro von WSET in Midtown East Manhattan.

Das Stags Head ist immer laut und immer voll. Man bekommt kaum einen Fuß auf die Erde und auch auf der Dachterrasse ist heute nichts frei. Hier laufen 16 Biersorten frisch vom Faß mit so lustigen Namen wie „Pretty Things Baby Tree“ oder „Sixpoint Mad Scientist #4 Hibiscus Ale„. Außerdem gibts jede Menge Flaschen und Dosenbeer. Zu den bekannteren gehört  Sierra Nevada Torpedo – rote Farbe, 7% Alkohol, reife Birnen, getrocknete Aprikose, deutlich bitter im Abgang.

Was all diesen Bieren gemein ist: sie kommen aus kleinen und Kleinst-Brauereien, die in den letzten Jahren entstanden sind. Viele genießen Kultstatus – die Microbrewery Bewegung ist in Abgrenzung zu den großen nationalen Bieren entstanden. Immer mehr Leute haben kein Lust mehr auf den Einheitsgeschmack von Budwiser, Miller oder Coors.

Wer sagt denn, daß man Bier nur aus Wasser, Gerste und Hopfen herstellen muss? Manchem Bier würde ein bißchen mehr Geschmack gut tun! Aber auch nach dem Reinheitsgebot gebraute Biere können anders schmecken: so wird bei den meisten deutschen Bieren der Hopfen mitgekocht. Viele amerikanische Crafted Beers werden kaltgehopft, das heißt, der Hopfen, beziehungsweise das syrupartige Konzentrat, wird erst nach dem Kochvorgang zugegeben.

Während bei uns die Aromen einfach „weg gekocht“ werden und nur das Bittere bleibt, ist in den handwerklichen Bieren das volle Hopfen-Aroma enthalten. Beim Hopfen gibt es große Unterschiede, manche besonders aromatische Sorten werden zu extremen Preisen gehandelt. Hopfen ist wichtig – aber nur eine Komponente unter vielen, mit der man experimentieren kann.

Mit dem Microbreweries ist in den USA eine ganz neue Bierkultur enstanden: in den großen Buchhandlungen gibt es bald mehr Bier- als Weinbücher. Brauer und Bier Sommelier Sam Calagione (Dogfish Head) hat nicht nur eine verrückte Website sondern auch eine eigene Fernsehsendung. Die bekannte Wein-Sommeliere Marnie Old hat mit ihm zusammen eine Show gemacht und ein interessantes und witziges Buch über Wein und Bier geschrieben „He said Beer,  she said Wine„.

Als ich Marnie letzthin traf, meinte sie, bei der Arbeit mit Sam habe sie entdeckt, daß Bier und Wein viel mehr gemeinsam haben, als wir Weinleute annehmen. Und: Crafted Beer könne auch Weintrinker faszinieren. Das denke ich auch – nur dürften bei uns den meisten Weintrinkern diese „neuen“ Biere vollkommen unbekannt sein.

Eine Auswahl gibt es in Deutschland bei Braufactum.  Eines meiner Favoriten aus dem Braufactum Programm ist das  Brooklyn East India Pale. Es kommt aus New York.  Ein Tipp: wenn irgendwo IPA draufsteht – unbedingt probieren!

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