Warum die Wein-Blogger eher unter sich bleiben – Wein im Web 2.0 bei der Cebit

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Wein im Web 2.0 reloaded - CEBIT 2011

Wein im Web 2.0 reloaded - CEBIT 2011 foto:keo 101/flickr

Unsere Runde am vergangenen Samstag bei der Cebit in Hannover war sicher nicht repräsentativ – aber es gab doch ein paar interessante Statements zum Thema Wein im Web 2.0.  Teilnehmer bei der Sonderausgabe der 100 Grad Oechsle Show waren neben Dirk Würtz, Mathias Metze (Delinat Blog), Theo Huesmann ( gumia.de) und ich (Weinakademie Berlin).

Vom Twitternden Winzer zur Live Show im IP TV

2008 diskutierten wir zum ersten Mal bei der CEBIT – damals war Dirk Würtz noch der twitternde Winzer. Heute hat er seine eigene Internet-Show, bei der die Gäste aus der Wein-Szene Schlange stehen. Viele, die damals gebloggt haben, finden sich heute bei Facebook wieder – hier ist die Kommunikation direkter und schneller. Überhaupt ist Facebook für die Wein-Online-Gemeinde zu einem der wichtigsten Hubs geworden.

Die von damals übrig-gebliebenen Blogger haben sich professionalisiert – viele versuchen zumindest einen Teil ihres Lebensunterhaltes mit ihrem Blog zu bestreiten oder Werbung für ihr Geschäft zu machen. Immer wieder kommen neue  Blogs dazu – interessanterweise nicht nur Betreiber, die aus Freude am Wein schreiben, sondern Verleger oder Journalisten, die Online ein neues Geschäftsmodell suchen, nachdem Print immer weniger funktioniert.

Alte Bloggertugenden wie Verlinken, Empfehlungen und gegenseitige Unterstützung sind dabei auf der Strecke geblieben, wie Theo Huesmann bemerkte. Viele Neu-Blogger scheinen daran auch gar nicht interessiert zu sein, entweder schreiben sie mehr für sich selbst oder nutzen Blog-Plattformen als preiswerte oder kostenlose Alternativen zu Websites und Homepages.

Schmeckt oder Schmeckt nicht

Auch für das Phänomen, dass reine Wein-Blogs oder Facebooker nur eine begrenzte Reichweite zu haben scheinen, gab es aus der Runde eine Erklärung: Wein ist für viele heute selbstverständlicher Teil ihres Lifestyle geworden – beim Treffen mit Freunden und im Familienkreis gehört er als nette Begleiterscheinung dazu. Anders als noch vor einigen Jahren steht man ganz souverän dazu: schmeckt oder schmeckt nicht ist das Kriterium. Dazu braucht es keine Besserwisser oder Wein-Päpste mehr. Für die bloggenden oder facebookenden Wein-Freaks steht der Wein dagegen ganz im Vordergrund (wie auch für das Gros der Erzeuger). Soweit geht das Interesse der Verbraucher nicht – daher darf es nicht wundern, wenn die Zahl der Freunde, Follower oder Kontakte endlich ist. Einen interessanten Artikel zu den Vor- und Nachteilen von spezialisierten Themenblogs habe ich auf Blogszene.com gefunden.

Social Media ist trotz aller Guttenberg-Manie immer noch ein Phänomen für jüngere User (bis 35 Jahre). Da gilt es noch 4 – 5 Jahre zu warten, bis die Vorhut dieser Gruppe ins wein-interessante Alter kommt. Der E-Commerce mit Wein läuft sowieso nicht über Social Media, sondern ganz klassisch über E-mail-Marketing, Webseiten und -Shops.

Der Tipp von Theo Huesmann: das Spektrum erweitern – Wein als Genuß-Bestandteil und -Treibsatz sehen. Am Ende waren sich alle einig: Wein wird im Netz mit viel zu viel (Bier-)Ernst verhandelt – da ist noch viel Potential.

Interesse für Wein auch auf der Technik Messe

Unsere Befürchtung, bei der Technik-Messe in Hannover werde sich niemand für unser Thema interessieren, traf nicht zu: im Laufe der Sendung fanden sich immer mehr Zuschauer ein. Bei der Verkostung des Rieslings von Tina Pfaffmann, die per Skype zugeschaltet wurde, machten die Leute aus dem Publikum aktiv mit und kommentierten. Wein ist eben mitten im Leben angekommen – und eingebettet in eine Show (hier mit einem IT Thema, wegen dem die Besucher zur Messe gekommen sind) noch interessanter.

Nach der Gesprächsrunde saßen wir noch auf ein Glas Wein zusammen, unter anderem mit Robert Basic. Robert verriet uns, er könne mit Wein nur wenig anfangen – daraufhin lud ihn Dirk Würtz spontan zu einem Cola-Schoppen aufs Vinocamp ein.

Vielen Dank an Dirk Würtz, der das Ganze souverän und punktgenau moderierte und an die Technik von Kongreß-Media, die auch die spannenden Social Web Breakfast in verschiedenen Städten organsieren.

PS Das Video von der Show ist jetzt online unter http://webciety.de Man muß ein bißchen suchen, da der direkte Link nicht funktioniert.

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8 Kommentare

  1. Pingback: my-tag » Warum die Wein-Blogger eher unter sich bleiben – Wein im Web 2.0 …

  2. Schade, dass das Video bei der CeBit noch nicht online ist. Hätte es gerne gesehen.

  3. Björn Negelmann schrieb auf Facebook, dass es ein bis zwei Werktage dauert, bis die Videos online sind. Also morgen oder Mittwoch. ich will es mir ja schliesslich auch ansehen :-)

  4. Pingback: Webciety@CeBIT 2011: Wein im Web 2.0 | Notizen für Genießer

  5. Pingback: Webciety Video « Würtz-Wein

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