Was Firmen auf Facebook falsch machen

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Jeden Tag trägt mir auf Facebook ein Weingut, Hotel oder Restaurant seine Freundschaft an. Ich kann ein Weingut, Hotel oder Restaurant gut finden, ein Fan sein oder es weiterempfehlen. Aber damit befreundet sein? Befreundet bin ich mit Personen, mit denen ich mich unterhalte, mit denen ich Fotos und Links austausche und deren Videos ich mir anschaue.

Schild Wrong Way

People have profiles, brands have pages foto:KungPaoCajun/flickr

People have profiles and brands have pages“ sagte Dan Zarella kürzlich in einem Vortrag. Und in der Tat: Facebook hat diese schöne und nützliche Unterscheidung getroffen. Damit Personen sich besser austauschen und Firmen sich besser darstellen können. Die Weingüter, Hotels und Restaurants, die mit mir befreundet sein möchten, haben sich darüber keine Gedanken gemacht. Man darf unterstellen, daß sie sich über ein Kommunikations-Konzept ebenfalls keine Gedanken gemacht haben. „Einfach loslegen, kostet ja nichts.“

„Wer sich so wenig Gedanken darüber macht, w i e er mit mir kommuniziert, bei dem ist fraglich, ob er mir überhaupt etwas zu sagen hat“ ist die Einstellung einer Gruppe von Internet-Wein-Profis und Bloggern in UK, die unqualifizierte Freundschafts-Anfragen von Firmen einfach ablehnen. Darunter sind Leute wie Wink Lorch von WineTravelGuides und Ryan Anderson Opaz von catavino , die sich neulich in einer Diskussion auf Facebook entsprechend äußerten. Auch bei uns in Deutschland gab es schon Stimmen in dieser Richtung. Das kann man abgehoben oder elitär finden, aber es ist konsequent.

Martin Meyer-Gossner wies gestern auf einen interessante Untersuchung von Jeremiah Owyang hin, der Firmenseiten auf Facebook untersucht hat. Die Studie „8 Faktoren für erfolgreiches Facebook-Marketing“ ist sehr aufschlussreich und zeigt, daß auch die Mehrzahl der Firmen Facebook noch nicht verstanden hat. Zum Beispiel, daß es wichtig ist, den Besuchern der Seite klar zu sagen, was man hier bekommt, machen kann oder machen soll. Oder daß eine Marke sich auf Facebook so präsentiert, wie sie das auch in ihrer sonstigen Kommunikation tut, damit die Kunden sich auch auf Facebook in der entsprechenden Markenwelt wiederfinden.  Jeder, der sich mit Facebook-Marketing beschäftigt, sollte sich die von Owyang erarbeiteten Grundsätze als Plakat an die Bürowand heften.

Auf jeden Fall sollten sich die Weingüter, Hotels und Restaurants, die gerne mit mir befreundet sein möchten, einmal die von Owyang angeführten Best-Practice-Beispiele anschauen. Von Macy’s , Kohl’s oder Pampers kann man auch als kleines Weingut, Hotel oder Restaurant viel lernen. Vielleicht können sie mich dann als Fan gewinnen!

Der Facebook-Auftritt für Winzer, Weingüter und Weinhändler ist auch Thema unseres Social Media Seminars!

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