Was kommt nach „BIO“ ?

| 4.437 mal gelesen | 3 Kommentare |

Regional und saisonal essen foto:SavannahGrandfather

Regional und saisonal essen foto:SavannahGrandfather

Bio ist für den konventionellen Lebensmittelhandel erstmals seit zwei Jahrzehnten kein Wachstumssortiment mehr, berichtet im August die  Lebensmittelzeitung (LZ 33/09). Im ersten Halbjahr sei der Umsatz im Bio-Segment um 4% zurückgegangen hat die GFK ermittelt. Zum Teil sei dies den Discountern zuzuschreiben, die die Preise auch für Bio-Artikel nach unten gezeichnet hätten. Durch die Plus/netto Übernahme habe sich zudem die  Zahl der Bio-Artikel nach unten verändert.

Der Naturkosthandel wächst  laut BIO-Markt-Info weiter, wenn auch nicht mehr so stark wie in den letzten Jahren. Für den Wein meldet die Biofach: Bio-Wein ist krisenfest. Allerdings verschiebt sich das Hauptinteresse der Verbraucher von den 7-8 Euro Weinen immer mehr zu 4,99 und darunter stellt gleichzeitig Bio-Distributeur Peter Riegel fest.

BIO ist Normalität geworden – was ist der nächste große Trend? Einen Hinweis kann die repräsentaive Nestlé Studie 2009 geben, die Veränderungen im Ernährungsverhalten der Deutschen beobachtet.

Zwei überraschende Erkenntnisse am Rande sind:

  • „Selbst im Land der Schnäppchen-Jäger schlägt der Aspekt Frische bei weitem das Kriterium eines besonders günstigen Preises „. Übersetzt:  für 87 % steht die Frische im Vordergrund, der Preis wird nur von 60% als wichtigstes Kaufkriterium genannt.
  • „Ebenfalls läßt sich nach einigen Jahren des massiven Bio-Booms feststellen, daß Regionalität als neuer Aspekt oder … weiterführende   Interpretation von Bio Oberhand über das Kriterium Bio/Öko gewonnen hat“ . Konkret: Lebensmittel aus der Region sind für 47% wichtig, 21% reagieren auf Bio-Produkte.

Belege für diese Befragungs-Ergebnisse lassen sich leicht finden: boomende Hofläden in Stadtnähe,  gutgehende Regional-Sortimente im LEH, das Schlachtfest in der Gastronomie, Sterne-Köche mit regionaler Küche im Bord-Bistro der Bahn. Spricht man mit Veranstaltern von Koch-Events, sind nach Jahren kulinarischer Raffinesse mehr und mehr Omas Kochrezepte mit regionalem Bezug gefragt.

Wie kann die Wein-Branche auf diesen Trend reagieren? Dieser Frage werden wir hier in den nächsten Wochen nachgehen.

Das könnte Sie auch interessieren:

3 Kommentare

  1. Hallo Herr Pleitgen,

    das sind ja mal spannende Ergebnisse! Auf http://www.lokalgold.de finden eben diese regionalen Anbieter einen Online-Marktplatz um ihre hochwertigen Produkte ansprechend zu präsentieren und zu verkaufen. Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag!

    Schöne Grüße
    Henning

  2. Pingback: Der nächste Trend: Low Alkohol?

  3. Pingback: Sozial ist das neue Bio – Einstellungswandel bei Frauen

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.