Was sind Facebook Friends wert?

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Alexander Lengen Paypal

Alexander Lengen Paypal foto:privat

Was sind Facebook Friends wert? Alexander Lengen, der bei Paypal Deutschland für Social Marketing zuständig ist, zeigte beim Social Breakfast am Mittwoch in Berlin verschiedene Ansätze auf. Für ihn ist wichtig, daß Freunde oder Fans einer Firma auf Facebook sich zu einer Marke bekennen. Marke ist Meinung – indem man sich zu einer Marke öffentlich bekennt, bezieht man positiv Stellung für sie. Das ist für Lengen schon mal ein Wert an sich.

Man kann mit ihnen Geschäfte machen – indem man ihnen Angebote unterbreitet. Man kann ihnen Hilfe anbieten, damit sie mit den Produkten besser zurechtkommen. Man kann sie mit Freebies beglücken und ihnen das Neueste über die eigenen Dienstleistungen und Produkte mitteilen. Das sind genau die Sachen, die User von Firmen auf Facebook erwarten und warum sie mit ihnen in Kontakt bleiben. Firmennachrichten und direkte Kommunikation sind weniger gefragt. „No one cares your mission statement“ stellte schon David Meerman Scott fest. Im Schnitt folgen Facebook-Nutzer 5 bis maximal 9 Firmen.

Fans kann man kaufen – Lengen hat sich Angebote machen lassen, als es um den Aufbau der Paypal Facebook-Page ging. 34.000 Euro Spendings für einen Tag Facebook Ads. Hinterher sollen etwa 8.000  Fans hängenbleiben – versprachen die Agenturen.  „Das können wir selbst“ sagte er sich.  Herausgekommen sind nach 14 Tagen 120.000 Fans, die sich aus den 15 Millionen Kunden destillierten, die Paypal in Deutschland per Email und Newsletter erreicht. Gut oder schlecht? „Man wird sehen – wir haben 10 i-Pads ausgelobt. Fans, die über Gewinnspiele gewonnen werden, sind meist nicht sehr loyal“ sagt Lengen selbstkritisch „aber immer noch besser als sonstwie gekaufte Söldner„.

„Ich werde auch gefragt, wofür ich das Geld ausgebe“ sagt er und rät auf das Budget zu achten. „Man kann sehr schnell sehr viel Geld in den Sand setzten – gerade kleine und mittlere Unternehmen sollten eher auf Qualität als Quantität bei den Fans setzen.“  Das Messen sei nach wie vor ein Problem – auch hier sei es am Besten, man lege seine Meßlatten selbst auf. Paypal läßt über Dienstleister Likes, Kommentare und deren Tonalität auswerten.

„Paypal als Internet Firma muss natürlich auf Facebook präsent sein – das erwarten unsere Kunden von uns.“ Ganz klar, daß es bei 12 neuen Kunden pro Minute in Deutschland nicht nur positive Reaktionen gibt. Paypal wertet ebenfalls über eine Agentur die Kommentare in  Foren und Portalen aus. Bei den Heftigsten und Reichweitenstärksten wird reagiert – dort wo wirklich etwas schief gelaufen ist, in jedem Fall auch ohne Rücksicht auf Reichweite.

Zwei Postings – pro Woche reichen laut Lengen voll und ganz. „Bei einem Finanzdienstleister wohlverstanden. Unser Thema ist nicht so sexy wie zum Beispiel Wein – da akzeptieren die Fans sicher mehr.“ Ein Zuviel läßt die Fans abschalten oder sogar den HIDE Knopf betätigen. „Was bringen 10.000 Fans wenn du von 9.000 gehidet wirst. Du erfährst es nicht einmal.“

Ein Facebook Fan soll im Schnitt 3 Euro kosten, aber für die 20 größten Brands bei Facebook den Wert von gut 136 US-Dollar bringen.  Lengen glaubt nicht an diese Rechnungen.  Besser sei es, vorher seine eigenen Ziele zu definieren.

Paypal gehört zu Ebay, ist mit weltweit 230 Millionen Kunden der größte Bezahldienst im Internet und deckt 50% der Transaktionen im E-Commerce ab. Im Gegensatz zu anderen Online-Bezahlmodellen sei Paypal günstig (sagt Lengen): 35 cts pro Transaktion und 1,9% vom Warenwert, damit schlage man jeden Kreditkartenanbieter. Geld gebe es sofort und Anbieter und Käufer seien umfassend über die Paypal-Garantie geschützt.

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