Auch nach erfolgreichem Weihnachtsgeschäft keine Zeit zum Ausruhen foto:mpleitgen

Weihnachtsgeschäft abgehakt – wie geht es in 2013 weiter?

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Das Christkind selbst mußte in diesem Jahr in einigen Regionen das Weihnachtsgeschäft retten. Für viele Händler entschied sich buchstäblich am Wochenende vor dem Fest und am Heiligen Abend, ob sie diese Saison unter Topp oder Flopp verbuchen können.

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Betroffen war unter anderem NRW, wo das zweite Adventswochenende infolge heftigen Schneefalls und Eisregens ausfiel. Nach einem fulminanten Auftakt Anfang Dezember schleppte sich das Geschäft über die Runden – erst die letzten Tage brachten dann die Kunden in die Läden.

Rekordumsätze – am Ende eine rote Null

Kaufhof Chef und HDE-Handelsverbands-Vize Lovro Mandac zeigte sich in der Wirtschaftswoche am Ende zufrieden. Der Handel habe die Rekordmarke von etwas über 80 Mrd Euro errreicht und damit gegenüber dem Vorjahr nochmals ums nominal 1,5% zugelegt. Am Ende also eine leicht rote Null.

Noch zufriedener als Mandac ist dessen ehemaliger Geschäftspartner Alexander Margaritoff, Vorstandsvorsitzender und Anteilseigner der HAWESKO Gruppe. Ein Teil des HAWESKO-Versandes gehörte bis zum Börsengang 1998 zum Kaufhof. Es habe eine kleine Delle im Oktober gegeben, zum Jahresende sei die Kauflust der Verbraucher dafür größer als im Vorjahr gewesen, wird Margaritoff im Handelsblatt zitiert. Zusammen mit REWE Chef Alain Caparros ist er der Ansicht, die Deutschen seien bereit, sich in Sachen Genuß etwas zu gönnen.

Fangen die Deutschen an, zu geniessen?

Der Lebensmittelhandel (LEH) ist ebenfalls mit der abgelaufenen Saison zufrieden, so die Lebensmittelzeitung (LZ). Vor allem die Premium Produkte hätten dazu beigetragen. Indirekt stützt die LZ damit die Thesen von Margaritoff und Caparros.

Zu den großen Gewinnern des diesjährigen Weihnachtsgeschäftes dürfte der Online-Handel gehören. Zum ersten Mal wird auch Positives von der Food-Front vermeldet.  In der LZ berichtet der norddeutsche Lebensmittelhändler Bünting (Bünting, Famila, Combi, Markant) von einer starken Nachfrage in seinem Online-Shop „Mytime“. Frische Gänse seien der Renner gewesen.

Online auf dem Vormarsch

Der Online-Weinverkauf in der HAWESKO-Versandsparte wachse kontinuierlich um 15 bis 20 Prozent pro Jahr, so Margaritoff. Eine Blitzumfrage des WEINREPORTER vermeldet ein zweistelliges Umsatzplus bei den Onlinern – der Schnitt dürfe so zwischen 20 und 40 Prozent liegen, schreibt Mario Scheuermann. Denkbar wäre, dass planbare Einkäufe, wie die Beschaffung eines kompletten Weihnachtsmenüs oder einer Sylvesterparty, zukünftig im Internet stattfinden.

2013 wird tough

Wie geht es 2013 weiter? Die Deutschen blicken positiv in das neue Jahr, ermittelte Allensbach zum Jahresende (PDF) und auch Kaufhof-Chef Mandac ist für 2013 „nicht pessimistisch“. Trotzdem werden – so wie in diesem Weihnachtsgeschäft – nicht alle Blütenträume reifen. Der Weinhandel steht vor einschneidenden Veränderungen. Rückläufige Konsumentenzahlen, steigende Preise und die zunehmende Konkurrenz aus dem Netz wird vor allem den Einzelkämpfern unter den Weinhändlern zusetzen.

Die  Zukunft gehört den Multi-Channel-Anbietern wie HAWESKO, die die Kunden immer dann errreichen, wenn sie Bedarf oder Lust auf Wein haben. Sei es im Handel, Online oder per Katalog. Sie sind auch die einzigen, die die Mittel haben, ihre Präsenz zu vergrößern und den immer besser werdenden EDEKA und REWE Händlern paroli zu bieten.

Margaritoff sagt im WELT Interview, er könnne sich vorstellen, Jacques‘ mittelfristig auf 300 Depots zu erweitern. Gerade hat er sich mit dem Berliner Versender Wein&Vinos über 20 Mio Umsatz hinzugekauft. Auch der WIV Ableger Vino will weiter wachsen und Rindchen ist mittlerweile bundesweit auf Suche nach neuen Partnern.

Veränderungen kommen schneller

Zu den Gewinnern werden in einer ersten Phase auch die pure player – die reinen Online Weinhändler – gehören. Sie sind neu am Markt und alles ist noch Zukunft. Aber auch hier sind neue Konzepte gefragt – beispielweise eine rigorose Spezialisierung des Sortiments – Ausnutzung des Longtail-Effektes, die Eröffnung eigener Läden oder die Kooperation mit bestehenden stationären Händlern. Dieter Stoll von VINEXUS hatte dieses Szenario bereits beim Fachhandelsworkshop im September in Heilbronn ausgebreitet.

Es bleibt spannend – die Veränderungen werden schneller kommen, als wir das in der Vergangenheit gewohnt waren.

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3 Kommentare

  1. Auch wir als selbstvermaktendes Weingut stellen fest das Onlinekäufe immer beliebter werden
    So ist es aber wichtig fü die Weingüter „mit der Zeit“ zu gehen
    Web Präsenz – Online Shop – QR Codes – Smartphone optimiert usw usw
    düfen heute nicht meh fehlen !
    Wer nicht mit der Zeit geht …………….GEHT MIT DER ZEIT !

  2. Pingback: 2012 – Preiserhöhungen bremsen Lust auf Wein

  3. Pingback: Es ist nicht alles Gold was glänzt – die Kehrseite der Internet-Ökonomie

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