Wein: Käufer suchen nicht bei Facebook

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Informieren sich die Weinkäufer im Supermarkt?

Informieren sich die Weinkäufer im Supermarkt? foto:basykes/flickr

Jeder zweite Weinkonsument in Großbritannien nutzt Social Media. Die meisten halten sich zweimal pro Woche bei Facebook, Twitter und Bebo auf. Weitere 20 Prozent haben sich schon einmal in sozialen Netzwerken umgeschaut. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie unter Weintrinkern, die das Marktforschungsinstitut Wine Intelligence im Juni 2010 in UK durchgeführt hat. 70% der Befragten können also mit den neuen Medien etwas anfangen.

Für Wein-Marketer ist allerdings ein anderer Aspekt wichtig: das Thema Wein kommt bei den Social-Media-Aktivitäten der Weinfreunde nicht vor! Nur 1 von 10 beschäftigt sich ein bis zweimal die Woche online mit Wein oder sucht nach Informationen. Immerhin 30% sagen, sie hätten das Internet schon einmal für eine Wein-Recherche benutzt. So populär soziale Netzwerke sind, so erstaunlich sei, wie konsequent Wein ausgeblendet werde, heißt es in der Studie. Wenn einmal über Wein gechattet wird, dann sind es die 18 bis 35 Jährigen. Die Viel-Verwender im Alter zwischen 40 und 60 werden über Social Media nicht erreicht.

Woher beziehen die Konsumenten denn ihre Weininfos? Auch in Großbritannien sind die Wein-Print-Medien auf dem Rückzug, Kolumnen in den Tages- und Wochenzeitungen wurden eingestellt. Die Masse der Weinkäufer wurde durch sie sowieso nie ereicht. Die Forscher vermuten, daß für die Verbraucher die Regale der Supermärkte die wichtigste Informationsquelle sind. Qualifizierte Infos sind dort allerdings in den seltensten Fällen zu erhalten. Und was dort kommuniziert wird, bestimmt der Handel und nicht die Weinvermarkter.

Wein und Social Media – hier muß die definitive „killer-app“ erst noch entwickelt werden, meint Wine Intelligence.

Auch in Deutschland dürfte die Zahlen nicht anders aussehen. Die auf Weinthemen spezialisierten Blogger, Twitterer und Facebook-Autoren können theoretisch täglich zwischen 30 – 50.000 Personen erreichen. Gemessen an der Gesamtheit der Weinfans verschwindend wenig. Und auch in Deutschland sehen die meisten Nutzer Facebook als Privat-Kanal und möchten dort nicht mit Firmeninhalten belästigt werden. Das zeigen hin und wieder heftige Kommentare selbst von Leuten, die der Wein-Szene zurechnet werden dürfen.

Trotzdem sollten Weinhersteller und -Händler in Social Media vertreten sein: das Interesse für diesen Kanal ist so groß, daß auch das Weinthema mitgezogen wird und mehr Aufmerksamkeit bekommt. Selbst Print-Medien machen sich Gedanken über Wein im Internet und bei der Intervitis wurde einen Nachmittag lang über Wein und Social Media diskutiert.

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