Mitglieder des Winbund Berlin bei der Jahrespräsentation 2012 im Kühlhaus foto:Weinbund
Mitglieder des Winbund Berlin bei der Jahrespräsentation 2012 im Kühlhaus foto:Weinbund

Weinbund Berlin – gemeinsam mehr bewegen

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Vinum Bonum – der Verein der Importeure von Qualitätsweinen wurde nach zwanzig Jahren im Frühjahr aufgelöst und in einen lockeren Arbeitskreis umgewandelt. In Münster ist nach sechszehn Jahren mit dem gut besuchten, jährlichen Weinfest des Fachverbandes Münsteraner Weinhändler erst mal Schluss.  Wein Live kam nie auf die notwendigen Mitgliederzahlen und hat für 2013 seine formale Auflösung beschlossen.

Mitglieder des Winbund Berlin bei der Jahrespräsentation 2012 im Kühlhaus foto:Weinbund

Mitglieder des Winbund Berlin bei der Jahrespräsentation 2012 im Kühlhaus foto:Weinbund

Zuviel verändert sich

Verständlich, wenn nach Jahren gemeinsamer Aktivitäten infolge von Besitzwechseln, Insolvenzen und anderer Veränderungen irgendwann einmal die Luft raus ist.

Aber warum verharren viele selbstständige Weinhändler in Zeiten verstärkter Konkurrenz durch den LEH und das Internet in ihrer selbstgewählten Isolation? Ist ihnen Abgrenzung zum Kollegen um die Ecke wichtiger als Kooperation?  Warum gestaltet sich eine Zusammenarbeit unter Weinhändlern oft so schwierig?

Der Weinbund Berlin besteht seit Mitte der neunziger Jahre. In der Stadt ist er in dieser Zeit zu einer Institution geworden. Vor einigen Wochen sprach ich mit drei der zehn Mitglieder über das Thema Kooperation im Weinhandel. Rolf Paasburg, Jan Kiegeland und Sebastian Raabe kommen aus ganz unterschiedlichen Unternehmen: Kiegeland mit Divinum ist das eine Extrem – eine Einmann-Firma, relativ neu am Markt. Am anderen Ende Wein&Glas mit einem etablierten Groß- und Einzelhandel, über zehn Mitarbeitern und mehreren Millionen Umsatz.

Auf Konkurrenzdenken verzichten

Man muss bereit sein, sich einzubringen und auf ein Konkurrenzdenken verzichten. So lädt zum Beispiel jeder der zehn Händler zur jährlichen gemeinsamen Präsentation seine Kunden ein – wohl wissend, daß die dann auch bei seinen Kollegen probieren und vielleicht dort einen neuen Wein finden. „…. aber wir wissen ja, dass sie auch im Alltag beim Wettbewerber einkaufen. Damit darf man kein Problem haben, denn gemeinsam kann man mehr bewegen als einer alleine. Und außerdem behält auch bei den gemeinsamen Aktionen jeder sein eigenes Profil“ sagte Jan Kiegeland im Gespräch.

Ein Modell für weitere Kooperationen?

Das Berlner Modell kann für andere Kooperationen im Fachhandel Vorbild sein – gemeinsam etwas unternehmen und dabei sein eigenes Profil behalten. Im Gespräch wurde aber auch klar, dass der menschliche Faktor, Charakter, Miteinander-Können und Sympathien für das dauerhafte Gelingen einer Kooperation sehr wichtig sind.

Das gesamte Gespräch, Hintergründe, Tipps und Hinweise für ein gutes Gelingen einer Fachhandels-Kooperation finden sich in der Januar Ausgabe von WEIN+MARKT.

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Ein Kommentar

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    als Weinliebhaber, Sammler und Geniesser ist für mich unverständlich und unangenehm, wenn ich jedes Jahr nach der jährlichen „Weinmesse“, der „Jahrespräsentation“ und aktuell nach dem „Jahrmarkt“ – als Veranstaltung des Weinbundes mit dem ständig wechselndem Veranstaltungsort immer erst suchen muss. Für den Kunden oder Neukunden, der auf eine Empfehlung hin Interesse zeigt, zum Teil unglaubwürdig und unzuverlässig – und es entwickelt sich auch Unsicherheit.
    Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit und die zu erwartende Qualität der Produkte, mit einer fachlich-kompetenten Beratung, führen über die Gewohnheiten zum Ver-trauen. Da zahlt der Kunde für den Wein auch gern einen angemessen höheren Preis! Da lobe ich „Paasburg’s Weinfest“ – ein fester Termin – immer wieder zu empfehlen!

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