Weinhandel: System-Anbieter wollen weiter wachsen

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Einkaufskörbe

Expansion - immer weiter! foto:avlxyz/flickr

Während viele Einzelkämpfer im Weinfachhandel zunehmend unter Druck geraten, wollen die System-Anbieter weiter wachsen und testen neue Konzepte.

Um stolze 14,1 % auf über 10 Millionen Euro sei das Einzelhandelsgeschäft in den VINO Märkten gewachsen sein, heißt es in der Presse-Erklärung der VINO Muttergesellschaft  WIV zum Geschäftsjahr 2010. Zukünftig sollen das Netz von 16 bestehenden Filialen jedes Jahr um zwei weitere Märkte wachsen, wissen Lebensmittelzeitung und Weinwirtschaft dazu.

VINO visiert wie alle anderen Systemanbieter Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern an.

Rindchen

Gerd RINDCHEN sucht ebenfalls Interessenten für sein Partner-Konzept, daß er auf dem  Weinmarketingtag in Heilbronn zusammen mit Geschäftsführer Christoph Dippe vorstellte. Rindchen bietet zukünftigen Partnern seine Einkaufs- und Marketingkompetenz an. Jeder kümmert sich um das, was er am besten kann: der Partner vor Ort um seine Kunden – Rindchen übernimmt Einkauf, Logistik und einen großen Teil des Marketings. Der Partner kann dabei unter eigener Flagge segeln oder unter dem Rindchen-Logo Geschäfte machen. Zur Zeit wird ein Partner für Lüneburg gesucht, Eröffnungen sind noch in diesem Jahr in Düsseldorf und Leipzig geplant.

Rindchen hat seine Fähigkeiten  als universeller Wein-Dienstleister schon mehrfach unter Beweis gestellt: die Zusammenarbeit mit Drogerie-Spezialist Rossmann läuft weiter, neu ist das Weinkonzept bei Strauss Innovation (Wein gibt’s nur in den stationären Geschäften). Aber auch der Fachhandel wird von ihm bedient: 2010 übernahm er die Belieferung der VILLA VINUM Outlets. Zudem beliefert er über seinen Großhandel eine ganze Reihe Weinfachhändler.

Auch VILLA VINUM Inhaber und Geschäftsführer Dieter Pieroth sucht weiterhin neue Partner, um zu expandieren. Unter VILLA VINUM exsistieren bisher 6 Geschäfte. Auch hier ist geplant, jedes Jahr einen neuen Laden zu eröffnen.

Jacques‘ Wein-Depot

Düsseldorf steht nicht nur bei Rindchen’s auf der Agenda: vom 8. – 25. Juni begrüßt Jacques‘ Partnerin Birgit Grübel ihre Kunden mit einem „fein perlenden Crémant als Willkommensgruß“  im neuen JACQUES‘ WEIN-DEPOT am Düsseldorfer Carlsplatz . Mit dem Laden scheint Jacques‘ wohl Neuland zu betreten: das Depot liegt an einem der belebstesten und vielleicht teuersten Premium-Markt-Plätze in NRW, hat keine eigenen Parkplätze und ist bereits ab 11h00 vormittags geöffnet. Sollte sich hier  im Herzen der Düsseldorfer Altstadt erfolgreich ein Wein-Depot betreiben lassen, steht einer Jacques‘ Expansion in die Fußgänger-Zonen und Top-Einkaufszentren  nichts mehr im Wege. Spannend!

Auch mit seinem gewohnten Geschäftsmodell soll Jacques‘ weiter wachsen: laut HAWESKO Geschäftsbericht 2010 ist für die nächsten Jahre eine Optimierung des Depotnetzes und eine moderate Expansion vorgesehen.

Vom Fass AG

Mit einem Werbespot auf N-TV und einem viereinhalb Minuten Video wirbt VOM FASS Gründer Johannes Kiderlen um neue Franchiser. In 2010 habe man 27 neue Franchise-Partner gewonnen und ein Umsatzplus von etwa sieben Prozent erreicht, heißt es in einer Pressemeldung. 2010 war für Vom Fass das Jahr der Auszeichnungen: im April gab es den „Zukunftspreis Handel„, im Mai folgte dann der Franchise-Geber-Preis 2010.  Vom Fass betreibt nach eigenen Angaben 250 Standorte in 25 Ländern.

Nichts von neuen Läden hört man zur Zeit von MÖVENPICK – hier scheint man auch an einer Optimierung des Laden-Netzes zu arbeiten: die Kölner Filiale wurde letztes Jahr geschlossen, der alt-eingeführte große Berliner Weinkeller ist Anfang des Jahres von Wilmersdorf in nach Schöneberg umgezogen.

Fünf Firmen = ein Viertel des Marktes

Nimmt man die Systembetreiber zusammen, erlösen die fünf Firmen etwa ein Viertel des Fine Wine Umsatzes mit Endverbrauchern in stationären Fachgeschäften in Deutschland. Die restlichen 450 Millionen Euro dieses Marktes verteilen sich auf geschätzte 1.500  bis 2.000 weitere Akteure, entsprechend einem Umsatz von 200.000 bis 300.000 Euro pro Jahr. Nach Meinungen aus der Branche wird von den meisten nicht einmal dieser Durchschnittsumsatz realisiert.

Bei diesen Zahlen wird klar, warum viele Fachhändler stöhnen und warum außerhalb des Umfeldes der Systembetreiber kaum mehr mit Neu-Eröffnungen zu rechnen ist. Eher mit dem Gegenteil.

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