Weinkäufer haben wenig Vertrauen in den eigenen Geschmack

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Wenig Vertrauen in den eigenen Geschmack

Wenig Vertrauen in den eigenen Geschmack foto:Steve & Jemma Copley/flickr

Weinkäufer haben wenig Vertrauen in den eigenen Geschmack. Zu diesem Ergebnis kamen australische und deutsche Forscher bei einer Studie unter Federführung des Ehrenberg Bass Institute for Marketing Science (Wine Marketing Group) der University of South Australia in Adelaide. Sie wurde jetzt in der Zeitschrift „Food Quality and Preference“ veröffentlicht.

Dr. Simone Müller aus Adelaide und Dr. Gergely Szolnoki aus Geisenheim ließen 521 Weintrinker in Deutschland zunächst blind Weiss-Weine verkosten. Dann bekamen sie die Weine zu sehen und sollten sie nach ihrer persönlichen Wertigkeit in Herkunft, Rebsorte,  Marke und  Aufmachung beurteilen. Das Ergebnis: alle Testteilnehmer liessen sich bei ihrer Auswahl zunächst vom Etikett und der Marke leiten, erst dann kam ihr eigenes geschmackliches Urteil.

Allerdings gab es Unterschiede in den den Altersgruppen: junge, eher unerfahrene Verbraucher liessen sich von einem Mix von Kriterien leiten. Für ältere, wein-erfahrene Testteilnehmer waren Rebsorte und persönliche Geschmackspräferenzen ausschlaggebend. Die ältesten Probanden orientierten sich wieder mehr an der Marke und der Ausstattung. Da sie schon ein langes „Wein-Erleben“ hinter sich hätten, hatten sie nach Ansicht der Forscher auch die längste Zeit, um für sich Kritereien herauszubilden.

Als letztes erfuhren die Teilnehmer die Preise der Produkte. Bei der Kaufentscheidung kam dann eine Abwägung zwischen  Produktqualität, persönlichem Geschmack und Preis zum tragen. Fakt ist, daß der eigene Geschmack eher nachrangig in die konkrete Kaufentscheidung einfließt.

Die Forscher würden das Experiment gerne mit einer größeren Anzahl von Weinen und Teilnehmern wiederholen und zusätzlich testen, wie Flaschenverschlüsse, Warnhinweise auf den Etiketten und Alkoholgehalte die Entscheidung beeinflussen.

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