Word-of-mouth: Was entscheidet beim Weinkauf?

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Wie wichtig ist word-of-mouth-marketing beim Weinkauf? Wer beinflußt die Kaufentscheidung am meisten? Vorgestern schrieb ich hier: warum nicht Wein zum Pausenthema machen? Heute gibt es die Antwort. In Ihrem november briefing stellt Wine Intelligence Ergebnisse des VINITRAC Global Panels vor.

Die Frage war, was beim Weineinkauf die Entscheidung beeinflußt. 65% der Weinliebhaber in Deutschland antworteten, daß für sie die Empfehlungen von Freunden, Familienmitgliedern oder Bekannten wichtig sind. Dieser Wert wird nur noch von der Attraktivität persönlich bevorzugter Marken (gemeint sind Absender wie Penfolds, Lindemans, etc) übertroffen. Das Panel stellte die gleiche Frage in Großbritannien, den Niederlanden, Schweden und den USA. Word-of-mouth hat überall ähnlich überragende Bedeutung. Einzig in den Niederlanden wird mehr auf die Marke vertraut.

60 bzw 63 % in Deutschland sagen, daß ihnen die Herkunft des Weines wichtig ist. Das Ergebnis mag in dieser Befragung stimmen, da Preis, Farbe oder Weintyp nicht abgefragt wurden. Diese Kriterien stehen sonst immer ganz weit vorne.

Interessant ist vielleicht noch, daß für weniger als die Hälfte der Befragten Informationen aus Büchern oder gedruckten Medien wichtig sind. Ein Ergebnis, daß sich auch in den Auflagenzahlen von Weinliteratur oder Wein-Zeitschriften niederschlägt.

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4 Kommentare

  1. Das ist interessant. Und wenn man den Empfehlungsprozess auf Internet und Web2.0 überträgt, betont das eigentlich die Bedeutung von Communities wie verkostet.de oder aromicon.de für den Weinkauf. Nur – warum kommen diese Communities nicht so richtig in Fahrt?

  2. Erste Hürde: Gefunden werden. Geben Sie bei Google mal ein „tancredi donnafugata“. Da landen Sie bei Preisroboter & CO, wenn Sie Glück haben bei einem Händler, aber noch nicht einmal bei Wein-Plus.

    Zweite Hürde: Psychologie. Wer ist die Person, mit der spreche, von der ich mich beraten lasse? Vertrauen, Vertrautheit sind wichtig. Authentizität. Die Verbraucher wissen heute, daß manche Verbraucherurteile gefakt sind. (Siehe die MARCELLINOS Debatte)

    Dritte Hürde: Umgebung und Situation. Immer mal fragen: Wie findet denn zum Beispiel ein Pausengespräch statt? Was passiert da? Je näher das auch im Netz an der Realität ist, desto besser dürfte es funktionieren.

    Vierte Hürde: die Inhalte. Gefragt ist zunächst Basis-Information, zuviel Fachsimpelei stört sicher und verunsichert. Spätestens hier steigen dann die meisten aus.

  3. zu 1) richtig, dass ist (noch) ein Problem – die Suchmaschinenpräsenz der Communities.
    zu 2) aber dazu sind die Communities doch da. Freunde kennen lernen, Vertrauen aufbauen usw. Oder ist es einfacher, in bestehenden Social Networks mit Weingruppen zu arbeiten? Aber auch in z.B. den Facebook-Gruppen läuft nicht viel.
    zu 3) Richtig, so etwas muss eine Community versuchen abzubilden.
    zu 4) einige Communities versuchen genau da anzusetzen, z.B. verkostet.de oder aromicon.de – hilft es?

    Ein interessantes Thema jedenfalls!

  4. Ich denke schon das Spezialisierung ein Vorteil gegenüber allgemeinen Preissuchdiensten sein wird.
    Suchmaschinen brauchen eine Weile für’s Ranking, ich denke Dienste wie Aromicon wird noch an Preisroboter vorbeikommen.
    Themenrelevanz ist halt auch wichtig.

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