Zur Debatte: 5 Euro für guten Rotwein?!

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Das WELT ONLINE Interview mit Master-Sommelier Hendrik Thoma war der Ausgangspunkt: gibt es für 5 Euro einen guten Rotwein? Nachdem sich jetzt schon Mario Scheuermann, Niko Rechenberg , Dirk Würtz und Lars Breidenbach dazu geäußert haben und es jede Menge Zuschriften gab: hier ein Beitrag zur Versachlichung.

Wieviel bleibt bei einer 5 Euro Flasche im Fachhandel für den Wein übrig? Ich schlage vor, einfach mal nachzurechnen:

Ladenpreis 5,00
MWSt 0,80
Netto 4,20
Spanne Fachhandel 55% 2,31
Einkaufspreis FH 1,89
Vertrieb 0,20
0,75 L Flasche mit Wein 1,69
Flasche / Etikett / Karton
Korken / Abfüllung
Lagerung 0,65
bleibt für Wein 1,04
Preis / Liter 1,39

Hier die Kontrollrechnung: in unserem Beispiel entspricht das für den Weinbaubetrieb einem Erlös von 12.498 Euro pro Hektar bei 90 HL / ha (9000 Liter / 12 Tonnen Trauben). Wenn wir die Kosten abziehen (siehe Beispiel) , hat man zwar vieleicht einen guten Wein gemacht, aber es bleibt nichts mehr für einen neuen Mercedes übrig. In der Beispielrechnung wird von 12,50 Euro/ Arbeitsstunde ausgegangen. In Ländern mit niedrigen Arbeitskosten sieht das schon anders aus.

In Deutschland wird man damit auf der Basis eines Familienbetriebes nicht nachhaltig wirtschaften können, wie Lars Breidenbach schrieb. Es sei denn, daß man für 5 Euro direkt vermarktet.

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4 Kommentare

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  3. es muß nicht einmal ein Mercedes sein- es bleibt auch für eine Dacia kein Geld!

    hier nur meine Konditionen beim Landesweingut in Bad Kösen:

    Ausbau je Fl 0,75l = 0,90€
    Abfüllen “ = 0,27€
    Ausstattung = 0,53€
    ———————-
    = 1,70 €

    wofür arbeite ich und meine Mitarbeiter dann im Weinberg ?

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