Griechenland: Tasting mit positiven Überraschungen

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Markus Stolz bei der Probe in Hamburg

Markus Stolz bei der Probe in Hamburg

Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Markus Stolz aus Athen hatte im Sommer versprochen, eine umfassende Probe mit Griechischen Weinen zusammenzustellen. Über 60 standen am 9. November in der Villa Verde in Hamburg auf dem Verkostungstisch. Nach einem Tag konzentrierten Probierens war man sich einig: überzeugend waren vor allem die autochthonen Rebsorten aus Xinomavro und Agioritiko bei den Roten sowie Assyrtiko und Roditis bei den Weissen. Aber auch die internationalen Rebsorten wie Chardonnay, Cabernet Sauvignon und vor allem Syrah kamen sehr gut an. Die meisten durchaus mit eignem Stil und gar nicht so new-world-artig  wie erwartet.

Bei den Weißweinen fanden sich vor allem die Weine von Santorin im mittleren bis oberen 80er-Punkte-Bereich. Bei den Rotweinen kamen aus fast allen bekannten Anbaugebieten gute Weine. Stolz hatte sich für die Probe sehr engagiert, trotzdem hatten es einige Weine nicht nach Hamburg geschafft. „Griechenland eben“, wie Stolz bemerkte. Im Laufe des Tages riefen noch Winzer an, ob sie ihre Weine nicht noch später schicken könnten. „Leider zu spät!“ meinte Stolz. „Viele der Weingüter erzeugen nur 20 – 30.000 Flaschen. Für die ist Export absolutes Neuland“. Deshalb wird Stolz diese Winzer in Deutschland betreuen. In Kürze wird es hier ein kleines Lager und einen Online-Shop geben, wo einige der Weine erhältlich sein werden.

Vor einigen Tagen hatte Stolz auf dem Hof von Dirk Würtz eine öffentliche Verkostung mit 20 Weinen für Weinfans organisiert, um zu erfahren, wie seine griechischen Winzer-Weine ankommen. Das Ergebnis fiel ähnlich aus, wie bei unserem Tasting in Hamburg: die Qualität der neuen Griechen beeindruckte, die Weinfreunde freuten sich an neuen Aromen und neuem Geschmack. Ein bisschen scheint es mit Griechenland so zu sein wie mit Portugal: die Weine sind nicht ganz so einfach zugänglich und so sind sie anfangs eher eine Fundgrube für Kenner.

Obwohl noch nichts passiert ist, scheint es sich in Griechenland herumgesprochen zu haben, dass da ein verrückter Deutscher ist, der die griechischen Weine in seiner alten Heimat promoten will. „Mich rufen wildfremde Menschen an und fragen, ob ich ihre Weine mitnehmen kann. Deutschland ist für Griechenland ein Exportmarkt für Billigweine. 90% der in Griechenland erzeugten Weine werden im Inland getrunken, von den 10% Export geht die Hälfte nach Deutschland und davon kommt wiederum die Hälfte aus den bekannten drei großen Kellereien. Das kulinarische Griechenland-Bild der Deutschen ist von den Billig-Tavernen und den entsprechenden Weinen geprägt. Das ist zum Beispiel in New York anders. Dort kann man wirklich authentisch und auf hohem Niveau Griechisch essen. Für viele Winzer liegen die USA deshalb näher als Deutschland.“

Ausführliche Berichte zur großen Griechenlandprobe und Verkostungsergebnisse gibt’s auf den Seiten von Mario Scheuermann und Eckhard Supp. Weitere Infos zu den „neuen“ Griechen finden sich auf der Seite von Elloinos/Markus Stolz. Stolz steht auch als Ansprechpartner für Fachhändler zur Verfügung, die Neues probieren möchten.

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