Starbucks eröffnet Saftladen

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„Würden Sie bei Starbucks einen Fruchtsaft für 8 USD kaufen?“ lautet eine Umfrage auf einer amerikanischen Website. Die meisten Leser halten den Preis für überzogen und antworten mit einem „Nein“.

Der Hintergrund: Mitte März eröffnete Starbucks in Bellevue bei Seattle einen Saftladen unter dem Logo Evolution Fresh.  Das „premium juice and food” Angebot umfasst frisch gepresste Frucht- und Gemüsesäfte, Wraps, Salate, Suppen und kleine vegetarische und vegane Gerichte. Bei Seattle Weekly gab es einen ersten Blick in das neue Restaurant.

Diversifizierung heißt bei Starbucks das Motto, nachdem man vor einigen Jahren mit dem Cafe-Geschäft eingebrochen war und kurzfristig plante, an die 600 Läden zu schliessen. Der einstige Superperformer galt auf einmal als teuer und abgehoben. In Deutschland machten Gerüchte über rüde Methoden im Umgang mit den Mitarbeitern die Runde. Gleichzeitig rüstete die Konkurrenz auf: McDo wurde durch die erfolgreichen McCafes ergänzt.

Zwischenzeitlich ist man in Seattle wieder auf der Erfolgsspur und hat für Experimente  genug auf der hohen Kante. Im November 2011 hatte Starbucks Evolution Fresh™ für schlanke  30 Mio USD erworben und damit den Saft-Marktführer unter seine Fittiche genommen. Evolution Fresh™ war mit seinen aroma- und vitaminschonend mit dem high-pressure processing (HPP) Verfahren kalt gepressten Säfte bekannt geworden. Der Markt für frisch gepresste Säfte wird in den USA auf 3,4 Mrd USD geschätzt.

Starbucks will mit seinem Investment sich den ständig ändernden Lifestyle-Bedingungen anpassen. Bio, Öko, nachhaltig und „natural“ liegen in den USA beim zahlungskräftigen jungen Publikum im Trend. 66% der Verbraucher achten bei ihrem Einkauf auf „healthfulness“ sagte Jeff Hansberry der amerikanischen Zeitung US Today. Der ehemalige Procter & Gamble Manager ist heute bei Starbucks für die Entwicklung neuer Formate zuständig. Platz für neue Konzepte ist da: der US weite Erfolg der Whole Food Stores giibt ihm recht.
Zwei Tage nach der Eröffnung des Evolution Fresh sagte Starbucks CEO Howard Schultz bei der Jahrestagung der Firma, das Saftkonzept biete vielleicht schon einen kleinen Ausblick auf Starbucks Zukunft „hinter der Kaffeebohne“. Vor der Übernahme der Saftladen-Kette hatte Starbucks unter anderem mit alternativen Cafe und Restaurant-Formaten experimentiert: Roy Street Coffee & Tea oder dem 2010 eröffneten East Olive Way Bistro, in dem auch Bier und Wein ausgeschenkt wird.

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