Mallorca 2013

Wie geht es dem Fachhandel?

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Es hat so etwas von einem Familientreffen und manchmal spürt man auf Mallorca im Februar schon einen Hauch Frühling. In diesem Jahr war das Wetter durchwachsen und zur gemeinsamen Hausmesse von Vinergie, Barabara Wehowsky und Sorrentino waren so viele Firmen auf die Insel gekommen, wie noch nie.

Mallorca 2013

Mallorca 2013 foto:mpleitgen

Lag es am guten Geschäft der Fachhändler in 2012? Immerhin hat der Fachhandel im vergangenen Jahr fast 10 Prozent zugelegt.

Woher kommt das gute Ergebnis für 2012?

So richtig konnte sich eigentlich niemand erklären, wie den das gute Abschneiden im insgesamt eher rückläufigen Wein-Markt (Menge – 2,8 %) zu erklären ist. Das erste Halbjahr war auf jeden Fall besser als das zweite und das Weihnachtsgeschäft 2011 ließ sich kaum noch toppen.

Irgendwie hatte man in den Gesprächen den Eindruck, die Fachhändler hätten selbst – aktiv – am wenigsten dazu beigetragen – wesentlich anderes, als in den Jahren vorher, hatte man eigentlich nicht gemacht. Sind vielleicht die Fachhandelskunden weniger preissensibel oder resistenter gegen schlechte Nachrichten?

Konzentration auf die wirklich wichtigen Sachen

Die Veranstalter des Wein- und  Wohlfühlwochenendes Barabara Wehowsky von der gleichnamigen Agentur und Vinergie-Geschäftsführer Wolfgang Zuzock meinen, bei vielen Fachhändlern sei eine zunehmende Konzentration auf die wirklich wichtigen Sachen festzustellen: deutliche Abgrenzung zu den Angeboten des Lebensmittelhandels durch höherwertige Sortimente und wertigeres Verkaufen. Man habe erkannt, dass Schimpfen und Wehklagen nichts bringe und man auch im Preiseingang nur verlieren könne. Trümpfe seien nach wie vor ein in die Tiefe gehendes Sortiment, persönliche Auswahl und Beratung.

Entgegen der oft aufgestellten Behauptung, Fachhändler seien zu große Individualisten um miteinander zu kooperieren, gebe es immer mehr Händler, die auch im Einkauf und der Logistik zusammenarbeiteten. Immer öfter ersetzte betriebswirtschaftliche Logik beharrlichen Eigensinn.

Produzenten sind gefordert

Allerdings müssten sich auch die Produzenten auf die neuen Gegebenheiten einstellen – kleinere Mindestmengen, Zahlungsziele, Sonderausstattungen oder komplett eigene Weine seien heute gefragt. Das sei zumindest für Agenturen, die bislang palettenweisen Direktimport vermittelt hätten und auch für deren Lieferanten ein Novum.

In diesem Sinne sei man fachhandelstreu und unterstütze den Handel in seinem Geschäft. Allerdings könne man mittelfristig nicht an den selbstständigen Lebensmittelhändlern (SEH) vorbeigehen, die Spaß am Weingeschäft hätten. Um den Fachhandel zu schützen, müsse man dort aber andere Artikel und Sortimente anbieten.

Die Befürchtung, der SEH würde auf die Preise drücken, sei unbegründet. Am „aldinativen“ Geschäft hätten die SEH Leute keine  Freude mehr. Sie seien auf der Suche nach hochwertigen Angeboten, die einen Beitrag zur Imagebildung und gleichzeitig zur Spannenverbesserung leisteten.

Mit gemischten Gefühlen in die Saison 2013

2013 wird das Jahr der Preiserhöhungen. Die Erwartungen der Fachhändler sind durchwachsen. Die einen sehen schwierige Zeiten heraufziehen, während viele sich nach den Erfahrungen der letzten Jahre einigermaßen immun gegen Konjunktur- und Stimmungsschwankungen einschätzen.

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