Wie kommt Amazon zu den tollen Empfehlungen?

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„Diese Empfehlungen basieren auf den von Ihnen gekauften Artikeln und weiteren Informationen“ steht über meiner Empfehlungsseite bei Amazon. Und wie imer bin ich erstaunt, wie passend die Bücher, CDs und Elektronikteile sind, die mir dort präsentiert werden.

meine letzten Empfehlungen

meine letzten Empfehlungen

Jetzt stand das „Terroir“-Buch von Heymann-Löwenstein ganz oben und auch den englischen Thriller könnte ich mir in meinem Einkaufskorb vorstellen. Obwohl ich seit einiger Zeit nur noch sehr wenige Bücher über Amazon bestelle (weil ein kleiner mutiger Buchladen bei uns um die Ecke aufgemacht hat, den ich unterstützen möchte), sind die Empfehlungen nicht schlechter geworden.

Allein aus den beiden Empfehlungen kann ich ableiten, was Amazon über mich weiss: das ich mit Wein zu tun habe, der englischen Sprache mächtig bin und eine Vorliebe für leicht morbide Krimis habe. Davon abgesehen wird Amazon über mich noch sehr viel mehr wissen. Und dieses Wissen ist bares Geld: Amazon realisiert 20% – 30% seines Umsatzes über diese Empfehlungen! 16% der Besucher schauen bei Amazon vorbei, ohne etwas kaufen zu wollen und kaufen dann doch!

Oft wird nach dem Algorithmus gefragt mit dem Amazon arbeitet, als sei das die Zauberformel. Vielfach wird gemeint, Amazon „klone“ die Käufer. Das ist nur ein Weg, viel interessanter ist zu sehen, welche Eigenschaften bestimmte Artikel haben und was Käufer darüber sagen. Die Amazon-Leute haben das hier einmal erklärt. Stanford Lecturer und Autor Toby Segaran hat zusammengefaßt worauf es dabei ankommt:  lassen Sie die Kunden selbst ihre Daten verfeineren! Abstimmungen, Beschreibungen, Tags zu bestimmten Artikeln, leichte Veränderungen in Produktbeschreibungen und deren Auswertung tragen dazu bei.

Das Interessante an diesem Ansatz: was wäre, wenn wir einmal etwas mehr auf unsere Wein-Kunden hören, was die zu einem Wein sagen, warum sie ihn kaufen? Da hätten wir dann gleich die „schlagenden“ Argumente für weitere Empfehlungen.

Jede Menge Inormation zum Thema Empfehlungs-Systeme ist hier zu finden.

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3 Kommentare

  1. Moin Michael,
    wie lange sind die Links von Link-Verkuerzungs-Diensten gültig? Verfallen die nicht mal? Dann sind die Links hier in Deinem Artikel tot.

    Inhaltlich kann ich Dir nur Recht geben. Amazon ist die staerkste Marke in Deutschland, siehe hier:
    http://www.welt.de/wirtschaft/article3880782/Amazon-schlaegt-Aldi-im-Vergleich-der-Marken.html

    und wie ich kuerzlich hier
    http://www.legourmand.de/?p=1366
    schon gefragt habe: wer braucht denn dann noch Karstadt, Quelle, Hertie, Galeria Kaufhof, wenn wir eh alle fast nur noch bei amazon, ebay oder den Shopping-Malls à la xyz Arcaden einkaufen gehen?

    • @ Goetz A. Primke
      Lieber Goetz,
      mit den links bin ich überfragt. Denke mal, solange es den Anbieter gibt, funktionieren die. Aber im Prinzip hast Du Recht. Den shortener habe ich mal als Test wegen des trackings benutzt.

      Bei Amazon zeigt sich: wenn der Service stimmt, haben die meisten auch kein Problem, ihre Daten preiszugeben. Eine Erfahrung, die ich auch im stationären Wein-Einzelhandel gemacht habe.

      Also liebe Bedenkenträger, nochmal nachdenken!

  2. Hat noch jemand Bildmaterial für amazon-Empfehlungen, die peinlich / verstörend / lustig sind? Bräuchte da was für einen Vortrag

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