Volles Haus bei der Wein-Plus Convention in Frankfurt foto:Axel Gross www.grossaufnahmen.de

Aus dem Netz in die Realität

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Wirkliches Leben ist Begegnung – durch die Begegnung, den Austausch entsteht Nähe, Vertrauen, eine Beziehung. Als Martin Buber dieses Wort prägte, war das Internetzeitalter noch weit entfernt. Trotzdem passt es auf die aktuelle Situation.

Volles Haus bei der Wein-Plus Convention in Frankfurt foto:Axel Gross www.grossaufnahmen.de

Volles Haus bei der Wein-Plus Convention in Frankfurt foto: Axel Gross www.grossaufnahmen.de

Man tauscht sich über das Netz aus, ist vielfältig in Kontakt, miteinander vernetzt und trotzdem fehlt ohne die körperliche Begegnung das Lebendige.

Pure player gehen auf die Straße

Mit diesem Problem haben viele Händler und Anbieter im Netz zu kämpfen. Einer der Gründe dafür, dass sich immer mehr auch in der „wirklichen“ Welt mit Outlets, Pop-Up-Stores, Geschäften oder Veranstaltungen versuchen. Die Großen haben es vorgemacht – auch wenn die Vorzeichen unterschiedlich sind: Zalando, notebooksbilliger oder e-bay suchen nicht nur die virtuelle Nähe zu ihren Kunden. Ein aktuelles Beispiel aus der Weinbranche ist TVINO mit seinem Pop-Up-WeinStore im Hamburger Schanzenviertel. (dazu wird es einen ausführlichen Bericht in der Januarausgabe von Wein+Markt geben).

Beispiel Wein-Plus

Ein weiteres aktuelles Beispiel sind die Veranstaltungen von Wein-Plus in Frankfurt und München. Im Vorwort des Kataloges zu der Frankfurter Veranstaltung schreibt Wein-Plus Geschäftsführer Utz Graafmann, er sei immer von dem Gedanken fasziniert gewesen, Menschen rund um den Wein miteinander zu vernetzen, sie zusammenzuführen und so zu helfen, Wein besser zu genießen, bessere Weine zu genießen und auch geschäftlich erfolgreicher zu sein – dafür sei für ihn das Internet das ideale Medium gewesen.

Richtig lebendig wird es erst durch die Begegnung

Jetzt scheint das Netz allein, trotz aller Möglichkeiten, auf die Dauer nicht auszureichen. Tests, Bewertungen, Datenbanken mit Weinwissen, jede Menge abrufbare Informationen sind die eine Seite – richtig lebendig wird es erst durch die Begegnung. Dazu kommt natürlich: Wein probieren funktioniert im Internet noch nicht.

Graffmanns Konzept ist anspruchsvoll – er hat sich selbst die Latte ziemlich hoch gelegt, indem bei den Veranstaltungen – Convention genannt – in erster Linie Erzeuger zum Zuge kommen sollen, deren Weine sich über Jahre hinweg im Wein-Plus Weinführer bewährt haben. Das macht den Kreis der möglichen Aussteller kleiner – kann aber ein wichtiges Abgrenzungsmerkmal zu den Weinmessen sein, die landauf, landab stattfinden. Vor allem in den Augen der regelmäßigen Wein-Plus User und Abonnenten.

Die Frankfurter Wein-Plus Convention war ein Erfolg – in mehrfacher Hinsicht

Das Konzept scheint aufzugehen: 79 Aussteller gingen beim ersten Mal mit ins Risiko –niemand wusste, wie viele Besucher kommen würden – und präsentierten am 16. und 17. November auf dem Campus Westend der Frankfurter Uni ihre Weine. Wein-Plus-Partner stellten ein umfangreiches Rahmenprogramm auf die Beine.

Dann wurde es richtig voll: knapp 3.000 Besucher bevölkerten an den beiden Tagen nach Aussage der Veranstalter die Hallen. Die meisten von ihnen waren wohl tatsächlich Wein-Plus Abonnenten, für die der Eintritt kostenlos war. Sie sind der Beweis, dass es durchaus gelingen kann, Menschen aus der virtuellen Welt in die Realität herüber zu ziehen.

Sollte auch die Münchner Veranstaltung ähnlich erfolgreich sein, dürfte Graafmann bewiesen haben, dass das 15 Jahre alte Wein-Plus kein Internet-Schein-Riese ist, sondern auch in der wirklichen Welt etwas bewegen kann. Das dürfte der Plattform für die Zukunft noch mehr Glaubwürdigkeit bescheren und gleichzeitig neue Geschäftsfelder eröffnen.

Graafmann meinte im Anschluss, man werde sicher in 2014 wieder mit einer Convention nach Frankfurt kommen.

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