Berlin: Wurst-Bude mit öffentlicher Förderung

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Konopke's Imbiß unter der U-Bahn

Konopke's Imbiß soll vorübergehend umziehen foto:BocaDorada/flickr

100.000 Euro hatte die Besitzerin vom Bezirk Berlin-Pankow gefordert, weil sie mit ihrer Wurstbude 30 Meter weiter ziehen soll. „Konopke’s Imbiß“ unter den U-Bahn Gleisen in der Schönhauser Allee im PrenzlBerg muß während der Sanierung des U-Bahnhofs in ein Ausweichquartier auf der gegenüberliegenden Straßenseite ziehen.

Zwei Jahre verhandelten Besitzer und Verwaltung über die Zukunft der Imbiß-Bude. Jetzt verkündete Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner laut Tagesspiegel: „Der für den Bezirk wichtige Imbiss ist jetzt nachhaltig gesichert.“ Und etwas preiswerter ist es auf den ersten Blick auch geworden: nicht 100.000 Euro gibt es, sondern nur  35.000. Das Geld ist offiziell für den Abriß der alten Bude bestimmt. Neben der direkten Zuwendung aus dem öffentlichen Haushalt stellt der Bezirk nach der Sanierung einen neuen Imbiß unter die Gleise und Frau Ziervogel, so heißt die Betreiberin, erhält einen 10-Jahres-Pacht-Vertrag. Was ein vom Architekten geplanter und von der Behörde gebauter Imbiß kosten wird, darf man sich gar nicht ausmalen!

Seit 2008 ist Pankow pleite (Bildzeitung) und wird zwangsverwaltet. 2009 stand der Bezirk mit 32 Mio in der Kreide. Zahlreiche Initiativen kämpfen gegen Sozialabbau und die Schließung von 50 Jugendeinrichtungen.  Schulstation und Jugendclub versus Imbißbude. Das ist Berlin: pleite aber sexy!

Übrigens: 2007 hatten Mario Scheuermann, Rudolf Knoll und Fotograf Armin Faber im Auftrag von VINUM Konopke’s Currywurst getestet. Das Ergebnis war nicht gerade erhebend. Auch für VINUM war der Bericht kein Highlight: es gab damals jede Menge böser Zuschriften.

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2 Kommentare

  1. Pingback: Tweets die Berlin: Wurst-Bude mit öffentlicher Förderung erwähnt -- Topsy.com

  2. Also ich finde die Currywurst bei Konopke super gut und in Berlin wäre die Hölle los wenn die Bude dort weg müsste!
    Ob die Bude wirklich wichtiger ist als Jugendclubs weiß ich aber auch nicht …
    Das ist halt Berlin ….

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