Brandheiss: Direktmarketing mit Abo-Paketen

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Wie mehr Umsatz machen? Welche Konzepte funktionieren noch? Die Frage stellt sich umso dringlicher, wenn man mit ansehen muss, wie traditionelle Geschäfte einfach wegbrechen: Karstadt pleite, Quelle weg, … Mehr Umsatz machen mit bestehenden Kunden? Neuen Umsatz machen mit neuen Kunden? Mit neuen Produkten? Auf neuen Geschäftsfeldern? Viele Fragezeichen.

Lindt Chocoladen-Club foto:Lindt

Lindt Chocoladen-Club foto:Lindt

Wie wäre es, für das bestehende Sortiment  neue Absatzwege zu suchen? Eine der brandheissen Ideen ist zur Zeit das Thema Direktmarketing. Immer mehr Firmen tun es: Lindt hat einen Chocoladenclub gegründet und gleich auch noch den Club-Spezialisten Bertelsmann für Schokolade begeistert. Club-Mitglieder zahlen 24,95 Euro für ein 750 Gramm Paket , dass sie entweder monatlich oder im Abstand von acht Wochen automatisch zugeschickt bekommen. Die Club-Angebote werden in Bertelsmann Club-Magazin zusätzlich gepuscht.

Käse-Anbieter haben ihr Käse-Abo nach dem gleichen Muster gestrickt und auch Kaffee und Tee oder Pralinen kann man sich im Abo ins Haus schicken lassen. Der älteste Wein-Abo Anbieter ist die Schuler – St. Jacobskellerei. Hier gibt es für die „Wein-Entdecker“  4 neue Weine pro Paket, dazu eine Broschüre mit Insiderinfos über Weingut, Region und Reisetipps aus erster Hand und eine Sammelkarte zu jedem Wein. HAWSEKO ebenet mit VINO Select den Weg zum Wein. Auch hier gibt es Sammelordner und Expertise vom WSET-Wein-Experten Ekkehard Hillmann.

Man muß nicht HAWESKO sein, um eine  Abo-Idee umsetzen zu können. Und es ist auch nicht erforderlich, für das Abo ständig neue Weine einzukaufen: die Hits aus dem Sortiment kommen auch bei den die Abo-Kunden gut an! Die Kunden wird man nicht unbedingt unter seinen Heavy-Usern finden, sondern eher bei denjenigen, die sich mäßig für Wein interessieren. Auch als Geschenk eignet sich das Abo gut. Außerdem ist das Ganze sehr schön planbar und ein sicherer Umsatz: einmal bestellt heißt in der Regel mindestens ein bis zwei Jahre dabei! Deshalb gibt es auch kleine regionale Anbieter, die bereits mit Abos arbeiten. Beispiel der alteingesessene Waldseer Weinmarkt der Familie Klingele. Anregungen kann man sich hier holen.

Das Abo zum Schenken (12 mal im Jahr an den Schenker erinnert!) und Selberschenken hat 12 Geschenke zum Geschäftsprinzip gemacht. Hier sind Pralinen, Bier, Wein, Blumen, Käse, Tee, Süßigkeiten und Zigarren im Abo zu beziehen. Auf den ersten Blick bizarr: das Socken oder Unterwäsche-Abo. Es muß aber Sinn machen, „Blacksocks“  ist bereits seit 10 Jahren damit unterwegs.

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4 Kommentare

  1. schönes weinabo gibt es auch schon seit vielen jahren bei oxhoft.de in hamburg.

  2. Wenn die Weinabokunden so treu sind, wie die alten Buchklubkunden, ist das sicher eine gute Schiene – meine Elterngeneration hat es da durchaus auf 40 Jahre Treue gebracht (da sollte man dann die Treueprämien nicht vergessen:-).

    Ob das aber in der jüngeren Generation auch noch so zieht – schließlich sind die leeren Flaschen im Regal längst nicht so dekorativ, wie die schön gebundenen Buchreihen – wird sich zeigen…

    • Hallo Iris,

      das ist ja genau das Thema, warum Bertelsmann jetzt auch in Schokolade macht: Oper/Operette/Konzert steht schon seit Generationen in allen Bücherschränken. Und wer hat denn überhaupt noch Bücherschränke?

      Gruß Michael

  3. Pingback: Tweets die Brandheiss: Direktmarketing mit Abo-Paketen erwähnt -- Topsy.com

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