Discounter schwächeln zum Jahresanfang

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Einkaufswagen beim Discounter

Einkaufswagen beim Discounter

Ein Minus von 5,7 % flächen- und preisbereinigt legten die Discounter im Januar hin. Das ist gewaltig und erinnert doch an den Start 2009, der den Four-Letter-Shops auch nicht so recht gelingen wollte. Zahlreiche Preis-Senkungs-Runden waren 2009 die Folge. Und trotzdem wurde auch jetzt zum Jahresbeginn wieder weniger bei Aldi & Co eingkauft, berichtet die Wirtschaftswoche mit Berufung auf GFK Zahlen. Die traditionellen Supermärkte verbuchten laut GFK im Januar ein Plus von fast 3 %.

Wandern die Kunden jetzt von Lidl und Netto scharenweise zu Tengelmann, REWE und Tegut? Mitnichten: nach wie vor landen über die Hälfte der Haushaltsausgaben für viele Lebensmittel beim Discounter. Die Discounter bringen es nicht zuwege, die Verbraucher in ihre Filialen zu locken, „trotz zahlreicher und massiver Preissenkungen“, stellt die GFK im Kommentar der neuesten von ihr erhobenen Zahlen fest. Konkrete Ursachen für das Käuferverhalten können die Analysten nicht ausmachen. Das Rätsel ist umso größer, als Aldi und Lidl nach wie vor mit der höchsten Wertschätzung im Vertrauen der Verbraucher punkten.

Es scheint,  als ob die Konsumenten angesichts sich eintrübender Zahlen aus der Wirtschaft und wenig Aussicht auf Besserung, anfangen zu sparen. Insgesamt gaben die Bundesbürger im Januar preisbereinigt 4,9% weniger für Lebensmittel aus als im Vorjahr, wissen die Konsumforscher aus Nürnberg.

Aus der Weinwirtschaft klingt es ähnlich verhalten:  2009 stagnierten die Zahlen auf hohem Niveau. Einem Umsatz-Plus von 1,2% stand ein mengenmäßiges Minus von 1,5% gegenüber. Das DWI sieht als Ursache eine Verlagerung des Verbrauches vom Außer-Haus-Verzehr in der Gastronomie in den häuslichen Bereich. Deutsche Herkünfte waren besonders betroffen, sie gaben mengenmäßig um 4,5% nach, gleichzeitig stieg der Durchschnittspreis um 14 Cent auf 2,81 Euro/Liter. Genau wie die Discounter scheint deutscher Wein ein Problem zu haben.

Vielleicht wird daraus ein Reim: die Verbraucher machen es sich zu Hause gemütlich, kaufen im Einzelfall höherwertiger, geben insgesamt aber weniger aus. Damit würde das Minus der Discounter schlüssig und beim deutschen Wein würde es den Rückgang der Menge erklären. Auch die positiven Meldungen über einen guten Start des Weinfachhandels in den beiden ersten Monaten passen dazu.

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3 Kommentare

  1. na da scheinen ja immer mehr leute darüber nachzudenken, wo sie einkaufen gehen!

  2. Pingback: Weinmarkt vor der Prowein: Wettbewerb wird härter

  3. Wachstum kann doch keine Einbahnstraße sein oder?

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    http://tinyurl.com/yjwnt47

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