Ginette und Claude Rimaire vom Parva Domus in Epernay

Dom Perignon als Nachbar – 27, Avenue de Champagne in Epernay

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Moët&Chandon, Dom Perignon, Pol Roger, Perrier-Jouët und Vrancken direkt nebenan. Wer möchte nicht einmal zu annehmbaren Tarifen an einer der glamourösesten Wein-Strassen der Welt übernachten? Die Avenue de Champagne in Epernay darf mit Fug und Recht als eine der Topp-Adressen in der Wein-Welt gelten.

Ginette und Claude Rimaire vom Parva Domus in Epernay

Ginette und Claude Rimaire vom Parva Domus in Epernay foto:mpleitgen

Hier gibt es keine Luxus-Herberge und nicht einmal ein richtiges Hotel – aber bei Claude und Ginette Rimaire kann man in einem kleinen B&B à la française zu guten Konditionen übernachten.

Die Strasse ist zum Teil mit edlen Steinen gepflastert und mit breiten Trottoirs aus dem berühmten Kalkstein der Champagne gesäumt. Penibel poliert, wie mit dem Staubsauger behandelt. Hier reihen sich die großen und bekannten Namen aneinander.

Die Brust von Claudia Schiffer

Leicht steigt die Avenue den Hügel hinauf – gleich am Anfang Moët&Chandon. Im Hof die Statue des Champagner-Heiligen Dom Perignon, drinnen die Vitrinen mit der Oenotheque-Edition des gleichnamigen Champagners in der Dreihundert-Euro-Klasse oder dem Trinkgefäß, das der Brust von Claudia Schiffer nachgebildet wurde.

Daneben die Treppe, die in die 27 Kilometer langen unterirdischen Keller führt – in drei Etagen bis zu dreißig Meter unter die Oberfläche, angefüllt mit hundertausenden von Flaschen des edlen Getränks, die hier ihrer Bestimmung entgegenreifen.

Luxus pur – das Video zu Beginn des Besuches könnte auch für Gucci oder die Mercedes S Klasse werben. Natur, Tradition, perfekte Technik und Menschen, die ihr ganzes Können in den Dienst am Genuß stellen. Überzeugend perfekt. Perfekt überzeugend.

Ein paar Schritte und man ist zuhause

Nach Rundgang und Probe genügen ein paar Schritte über die Straße und man ist zuhause. Das Haus und die fünf Zimmer im Parva Domus – dem ruhigen kleinen privaten Haus – erinnern mich an meine ersten Reisen durch Frankreich als Student. Enge Stiege, Dielenboden und antike Badewanne mit Löwenfüßen.

Claude Rimaire vermutet, daß das Haus einmal zu Moet gehörte, wie fast alles in Epernay. Heute gehört es jedenfalls seinem Sohn – und ist gleichzeitig Beschäftigung für die beiden Alten, die Tag und Nacht da zu sein scheinen.

Claude hatte fast vierzig Jahre ein kleines Café in Epernay – ohne chi-chi, einfach so, mit Kaffee, Bier, Wein und Champagner. Als Gäste die Jungs mit der ewigen Zigarette im Mundwinkel, die manchmal bis nach Mitternacht Karten spielten. Mit 77 fühlt er sich zu jung, um aufzuhören.

Très français

Das Fühstück ist französisch – doch neben Croissant, Baguette, Ouef, Jambon und Confiture gibt es auch Cornflakes und Cerealien. Auch das Reglement erinnert mich an meine Studentenzeiten: bis 10 Uhr hat man aus dem Bett zu sein! Dann werden die Zimmer gemacht und anschließend macht Ginette sich ans Mittagessen.

Essensduft zieht durch das Haus…um zwölf Uhr mittags wird gegessen – à la recherche du temps perdue – auf der Suche nach der verlorenen Zeit? Hier braucht man sie nicht zu suchen. Sie ist noch da – die gute alte Zeit. Wie lange noch?

Parva Domus, 27 avenue de Champagne 51200 Epernay  rimaire@wanadoo.fr
http://www.parvadomusrimaire.com/accueil-parvadomus-francais.html

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