Hoher Nerv-Faktor – Einladungen und Events

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Wein animiert zum Feiern

Wein animiert zum Feiern - aber ich kann nicht überall dabei sein foto:adactio/flickr

Wie viele Einladungen und Event-Mitteilungen bekommen Sie eigentlich pro Tag? Bei mir häuft sich das in der letzten Zeit. Einladungen in die Steiermark, das Weinviertel, nach Rheinhessen, an die Mosel, zu Veranstaltungen nach Hamburg oder Berlin. Sie kommen über Xing, Facebook oder Twitter (wo man sie am wenigsten ernstnimmt). Am meisten nerven die Einladungen, von denen von vorne herein klar ist, daß ich ihnen gar nicht folgen kann.

Gestern schrieb Kerstin Hoffmann auf ihrem Blog PR-DOKTOR über das Einladungs-Unwesen: „Es sind eben sehr viele Menschen von Event- und Nachrichten-Spam genervt. Dennoch scheint dieser immer mehr anzuwachsen – und irgendjemand produziert ihn ja. Im Gegensatz zu Mail-Spam sind das keine anonymen, nicht greifbare Aussender aus irgendwelchen exotischen Ländern. Sondern die eigenen, selbst gewählten Kontakte.“  Genau – dachte ich.

Der zweite Gedanke: ich trage selbst auch noch zur Einladungs-Infaltion bei. Denn auch ich nutze die Veranstaltungs-Funktionen von XING und Facebook. Wie viele bin ich damit zunächst ganz unbefangen umgegangen: Termin gemacht, Texte verfasst, versendet. An alle. Als es dann auf eine Rundsendung Antworten gab: „Würde gerne kommen, aber der Weg von Düsseldorf nach Berlin ist ganz schön weit“,  kam ich ins Nachdenken.

Es macht sich tatsächlich nicht gut, Leuten Angebote aufzudrängen, von denen man im Prinzip schon vorher weiss, dass sie sie nicht wahrnehmen können. Eine erste Frage vor dem Drücken des „Senden“-Knopfes wäre: Wie würde ich eine solche Einladung auffassen? Was würde ich damit machen? Das wirkt wie ein erster Filter: Warum sollten andere das anders empfinden als ich?

Blogtrainer Karl-Heinz Wenzlaff hatte unlängst einen Tipp zum Einladungs-Versand: man solle aufpassen, daß man die Münchner Kontakte nicht mit einer Veranstaltung in Hamburg belämmere. Die würden sonst schnell „sauer“. Tatsächlich:  Einladungen kann man in Xing über die “Kategorie” steuern.  In FB geht das über die Freundesliste. Gut ist, sich vor dem Kontakt-Aufbau Gedanken über Kategorien und Listen zu machen. Sonst darf man hinterher Hunderte von Kontakten nachbearbeiten.

Frau Doktor entfollowed im übrigen jeden nervenden Einlader oder löscht ihn als Kontakt. Hart aber konsequent. Ich bin auch nahe dran. Vom Push zum Pull, vom Nerven zum relevanten Angebot gehe die Entwicklung, schreibt Kerstin Hoffmann dazu.

Die wirklich guten Kontakte bekomme ich über die Inhalte im Weinakademie Blog. Das sei bei ihnen genauso, beteuern viele Blog-Kollegen. Allein mir fehlt der Glaube, wenn ich auf  Zugriffszahlen und Rankings schaue und die „Mätzchen„, die veranstaltet werden, um Page Impressions und Visits zu produzieren. Vielleicht sind aber gerade die genauso irrelevant, wie ein Großteil der Einladungen, die ich jeden Tag in meinem Postfach finde.

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3 Kommentare

  1. Sehe das Problem ähnlich – gehe lieber selbst auf Twitter oder Facebook, wenn ich die Zeit dazu habe und folge dort Links, die interessante Informationen versprechen. Ungefragt in meinem Emailpostfach ist das für mich genauso nervig wie Spam.

    Und auch Blogs besuche ich nach Inhalten, die ein Titel verspricht und nicht nach Rankings (weshalb ich auch relativ häufig hier lese:-)!

  2. Das sehe ich genau so! Es vergeht keine Tag, an dem ich keine Veranstaltungseinladung bekomme, gerade über XING. Prinzipiell gehe
    ich meine Kontaktlisten durch und lade nur ausgewählte Kontakte ein bei denen es Sinn macht sie einzuladen. Interessanter Weise ist dadurch auch meine Rücklaufquote sehr hoch und andere sind nicht genervt!

    Liebe Grüße

    • Iris,
      was kann man tun? Eine radikale Lösung ist die von Frau Doktor, denn es gibt keine Möglichkeit lediglich die Einladungen abzustellen. Was macht es auch einen Sinn mit jemandem verbunden zu sein, dessen Updates man garnicht sehen möchte?!

      Christian,
      die Fahne der Qualität hochhalten. Das ist wichtig. Nicht einfach den großen Lautsprecher einschalten, sondern überlegen, wem könnte ich und meine Veranstaltung etwas bringen. Am 8. November werde ich mit Karl-Heinz Wenzlaff einen öffentlichen Workshop zum Thema an der Hochschule in Heilbronn anbieten.

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