Wo Einkaufen wieder Spaß macht ….

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Roland Adrian beim Frischecenter Zurheide Düsseldorf

Roland Adrian beim Frischecenter Zurheide Düsseldorf foto:mpleitgen

Da kommst Du rein – und vor Dir breiten sich alle Früchte der Saison aus:  Äpfel zum Anbeissen, Himbeeren um darin zu versinken, pflaumige Pfirsiche, reife Zwetschgen – man spürt, daß es wieder Sommer ist und auch aus deutschen Landen Gutes kommen kann. Und dann die Tomaten, die Salate, …

Ok – genug mit Schwärmen. Aber so, genau so ist es, wenn man den Supermarkt des Jahres 2011 betritt. Draußen ist es ziemlich trist – viel Industrie: Düsseldorf Reisholz steht eher für RWE, Mannesmann und Henkel als für Feinkost. Trotzdem haben es hier die Zurheides gewagt, die schon in den Hardcore-Regionen des Ruhrgebietes mit ihren Märkten Erfolg hatten.

In Düsseldorf ist nicht nur der O&G Bereich im Eingang eine Augenweide – auch im Weiteren macht Einkaufen wirklich Spaß und lädt zum Verweilen, zum Zuschauen, selbst aktiv werden ein. Da ist die Sushi Factory, wo man beim Entstehen der Food-Kunstwerke zusehen kann, die Grillstation, bei der man fachmännische Tipps für die optimale Temperatur  beim Grillen des Kobe-Rinds erhält, die Kaffeerösterei, wo man einem deutschem Meister beim Rösten zuschaunen kann, nebenan das Cafe mit hauseigenem Espresso und … und … und.

Ich habe mich natürlich ausgiebig mit Roland Adrian, einem der drei Weinfachberater in der Weinabteilung unterhalten. Er ist gleichzeitig für die Weinempfehlungen im Restaurant zuständig, das mit der Weinabteilung verwoben ist. Wie auch in den anderen Abteilungen merkt man, dass es es den Leuten Spaß macht,  dort zu arbeieten. Vielleicht  bin ich als Berliner extrem Verkaufs-Muffel-Geschädigt?!

Für die Redaktion des Düsseldorfer In-Blattes  Überblick gehört das Zurheide Restaurant unter Jörg Tittel zu einem der zehn Besten. Kein Wunder: zu den Gastköchen gehört  Eckhard Witzigmann. Die Trüffel-Nacht und die Beef-Seminare sind schon Legende.

Die Weinabateilung ist gut – aber eher Standard, wenn es um wirklich guten Lebenmittelhandel geht – vergleichbar mit Kaufhof, Karstadt oder Käfer und Dallmayr: 800 Weine ab 5 Euro aufwärts, in  der Spitze die 1.500er Bordeaux im Humidor. Nach dem Umsatz würde sich mancher Fachhändler die Finger lecken – er ist dem Aufwand und der Frequenz entsprechend. Wie überall gibt es noch schlafende Reserven – aber trotzdem: vorbildlich!

Alles in allem: Note eins – man darf doch mal begeistert sein!  WholeFoods am Columbus Circle in New York – so etwas habe ich mir schon immer für Düsseldorf, Hamburg oder Berlin gewünscht. Zurheide in Reisholz kommt dem schon ganz schön nahe!

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3 Kommentare

  1. Hallo Herr Pleitgen,
    wo haben den Äpfel in Deutschland gerade Saison? ;-)

  2. Pingback: Der Weinfachhandel wird in die Zange genommen

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