Internet-Nutzung: Brauche ich ein mobiles Angebot?

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Mobiles Internet bei einer Veranstaltung in Darfur

Mobiles Internet bei einer Veranstaltung in Darfur foto:Albany Associates/flickr/CC BY-SA 2.0

Meine erste Flugbuchung per Mobiltelefon kam mich teuer zu stehen: „Sie haben kein Gepäck gebucht, Sir. Das macht dann 47,60 Euro für Ihren Koffer!“  Gepäck war in der normalen Routine des Mobil-Angebotes ein bißchen versteckt und weil es beim Buchen aus dem fahrenden Zug heraus mehrere Verbindungsabbrüche gegeben hatte, war ich froh, meinen Sitz sicher zu haben.

Fast jeder dritte Internetnutzer in Deutschland surft mobil im Netz (28 Prozent), wie die Mobile Web Watch Studie 2011 von Accenture feststellt. Mehr als die Hälfte der deutschen User surfen heute mindestens täglich im mobilen Web (58 Prozent). Zurzeit besitzen mehr Mäner als Frauen internetfähige Handys, aber Frauen besuchen Online Communities häufiger über ihr Handy als Männer.  Am meisten wird  mobiles Internet von Jugendlichen genutzt – die Schallmauer liegt zur Zeit bei etwa 35 Jahren. Jeder dritte Internetnutzer in Deutschland kauft laut der Studie mit seinem Smartphone online ein.

Startpunkt zum Surfen und Kaufen sind die Apps: acht von zehn Usern verwenden die kleinen Programme. Eines mögen vor allem die jugendlichen Nutzer nicht: genau wie in den sozialen Netzwerken wird auch beim mobilen Surfen Werbung als aufdringliche Störung wahrgenommen.

Das dürfte mit zwei anderen strukturellen Problemen die Ursache sein, dass Werbung über mobile Medien nicht nach vorne kommt. Ein Blick in die USA ist interessant: hier nutzen 234 Millionen Menschen internetfähige Mobilgeräte – aber alle nutzen ein anderes. Einige tragen Tablet-PCs spazieren, andere ihr iPhone, Android-Geräte sind auf dem Vormarsch und so weiter. Jedes Gerät braucht eine andere Software, andere Apps, andere Darstellungen – wer mobil Werben und Verkaufen will, tut sich schwer, zu entscheiden, auf welcher Plattform seine Zielgruppe unterwegs ist. Das ist das erste Problem – und es ist noch nicht abzusehen, was sich auf Dauer durchsetzt.

Das zweite Problem: wen setze ich an meine Software? An jeder Ecke werden Apps geschmiedet. Selbst Weinverkäufer machen sich Gedanken, ob sie nicht eine App brauchen. Werber sind laut AdAge verwirrt: da kommen kreative Startups mit 10 oder 100 Mitarbeitern, alle haben mobil etwas anzubieten – niemand weiss, was davon auf Dauer funktionieren wird. Auch hier hat sich die Spreu noch nicht vom Weizen getrennt. „Das kann aber schnell gehen“ wird ein Agentur-Mensch zitiert „was bei den Desktops 10 Jahre gebraucht hat um sich zu klären, klärt sich bei Mobil in einem Jahr!“

Wer sich also mit dem Gedanken trägt, demnächst in mobiles Werben und Verkaufen einzusteigen, sollte den Markt genau beobachten, damit er nicht in die falsche Plattform und in die falsche Software investiert. Schon gibt es Stimmen, die sagen, die Apps seien auch nur eine vorübergehende Erscheinung – wenn mehr und mehr Anbieter ihre Seiten mobilfähig machen, würden die Apps nicht mehr gebraucht.

Eines sollte man bei den rasant  ansteigenden Nutzerzahlen (seit 2008 hat sich die Mobil-Nutzung verfünffacht) allerdings unbedingt tun: das eigene Angebot mobilfähig machen. Auch ich bin für den Weinakademie Blog auf der Suche nach einem mobilfähigen Theme, das mit möglichst vielen Geräten funktioniert.

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