Nachgefragt: Ist der Weinhandel für einen Super-Gau a la EHEC gerüstet?

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Fragezeichen

Qualitätssicherung im Weinhandel - Fragezeichen foto:Joel Franusic/flickr

„Gerade gestern war der Kontrolleur im Haus“ sagte ein Händler bei unserer kleinen Umfrage zum Thema Qualitätssicherung im Weinhandel. Wir wollten von den Händlern wissen, ob sie dafür gerüstet sind, sollte einmal etwas wie EHEC beim Wein passieren.

Wein gehört nicht zu den mit hohem Risiko eingestuften Lebensmitteln wie zum Beispiel Frischfleisch oder Milch. Nichtsdestotrotz gibt es hin und wieder Probleme: dabei handelt es in den seltensten Fällen um Bakterien, öfter sind Probleme bei der Abfüllung, wie im Uralt-Beispiel aus dem Spiegel. Verursacher kann es viele geben: Rückstände vom Flaschenspülmittel oder eine defekte Schwefelpumpe.

Gäbe es also ein Problem – die meisten Händler müßten dann anfangen zu suchen. Was steht noch im Lager oder im Laden? Was wurde an wen verkauft?  Zwar muß jede einzelne Flasche mit einer Losnummer versehen sein (bei deutschen Weinen darf es ersatzweise die amtliche Prüfnummer sein), aber in den wenigsten Warenwirtschafts- oder Kassen-Systemen wird diese Nummer mitgeführt.

Wärend der Winzer oder Abfüller verpflichtet ist, einen lückenlosen Nachweis nicht nur über den Wein, seine Herkunft und seine Zusammensetzung zu führen sondern auch über die Flaschen, Korken, Etiketten und Verpackungsmaterialien,  gibt es für den Händler kein Gesetz, dass dies zwingend vorschreibt. Die Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit der Ware hat zwar Eingang in die gute kaufmännische Praxis gefunden, Form, Inhalt und Umsetzung  ist aber nicht festgeschrieben.

So haben dann auch die allerwenigsten Händler ein schriftliches Konzept zu Qualitätssicherung. Weine läßt man nur in Ausnahmefällen analysieren – ein eigenes Labor ist die absolute Ausnahme. Nirgendwo ist definiert, was mit einer sechs Jahre alte Flasche Beaujolais Primeur zu passieren hat. Die wäre im Übrigen bereits ein Fall für eine offizielle Beanstandung durch die Weinkontrolle.

Die Wein- und Lebensmittelkontrolle wünscht sich, daß es mehr solche freiwilligen Qualitätssicherungs-Konzepte gäbe, das geht aus diesem Bremer Merkblatt (pdf) hervor. Solche Konzepte würden für alle Beteiligten dauerhaft mehr Sicherheit bringen und  im Ernstfall, wenn es schnell gehen muss, die Arbeit erleichtern.

Sollte der Ernst-Fall tatsächlich einmal eintreten, zeigt ein schriftliches Konzept auch , daß man sich beizeiten mit dem Problem auseinandergesetzt und Vorsorge getroffen hat – daß macht vor Gericht einen besseren Eindruck, als wenn man garnichts in der Hand hat.

Beispiele an denen man sich orientieren kann: IFS für Großhandelsbetriebe , den Schriften des HDE oder Merkblatt für Naturkosthändler, wenn man es alternativ mag.

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