Warum die Weinläden in New York alle gleich aussehen

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Crush Wine&Spirits 153 E 57th St New York foto:mpleitgen

Crush Wine&Spirits 153 E 57th St New York foto:mpleitgen

Sie sehen natürlich nicht alle gleich aus – die Weinläden in New York – neben den verstaubten, manchmal etwas labyrintischen alten Wine & Liquor Stores gibt es immer mehr mit einer modernen Präsentation. Statt die Weine stehend (oder liegend) in Regalen zu präsentieren, werden sie einzeln aufgehängt der Wand entlang vorgestellt.

Vorbild für viele ist wohl  das Crush in der 153 E 57th St in der Upper East Side Manhattan. Es wurde 2005 von Drew Nieporent eröffnet, der in NYC einige Restaurants betreibt. Er stand unter anderem hinter dem Nobu zusammen mit Nobu Matsuhisa und Robert De Niro.

Was ist so Besonderes an der Präsentation – dass andere es gleich nachmachen? Erstmal unterscheidet es sich natürlich von der herkömmlichen Langweile. Die hat damit zu tun, daß Wein und Spirtuosen in New York State ausschließlich in (privaten) Liquorstores verkauft werden. Wer eine Party zu veranstalten hat, muss in mehrere Läden gehen:  Bier gibts in den Lebensmittelläden. Es gibt also bisher keine echte Konkurrenz.

Zweitens sieht es nicht schlecht aus und Drittens kaufen die meisten Kunden nur 1 -2 Flaschen fürs Abendessen. Kartons sind keine zu sehen: die läßt man sich nach Hause bringen – so wie alles hier, von der Pizza bis zur Zahnbürste. In den großen Appartmenthäusern gibt es extra eine Stelle, wo der Mann oder die Frau von UPS oder FedEx die Pakete abgeben kann.

Meist gibt es in den Läden noch einige Kühlschränke – im Büro ist ein guter Abschluß zu feiern – den gekühlten Champagner gibt es nebenan.

Jessica im First and Vine mit Kunden

Jessica im First and Vine mit Kunden foto:mpleitgen

Außerdem sind die Ladenmieten exorbitant und man möchte auch nicht zuviel am Lager haben – da eignet sich die Präsentationsform sehr gut: sie macht auf wenig Platz viel her und gleichzeitig braucht man nur wenige Flaschen, damit es nach etwas aussieht.

Das Sortiment ist ziemlich gleich: viele Namen-Weine. Die Kunden sind nicht an Entdeckungen interessiert, sondern an zuverlässigen Weinen, deren Wert die Gäste oder die Büro-Kollegen gleich erkennen.

Form follows function – das passiert also, wenn man sich an den Bedürfnissen er Kunden orientiert: in diesem Fall eine gewisse Uniformität.

Hausaufgabe: einmal darüber nachdenken, warum sich auch bei uns die erfolgreichen Läden immer ähnlicher sehen!

Mehr Shop-Fotos gibts auf der Flickr-Seite der Weinakademie Berlin!

Hier eine hilfreiche Karte mit den besten NYC Wein-Shops von Dr.Vino zur eigenen Recherche beim nächsten Besuch.

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