Sind jetzt alle Aldi?

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Wie fit ist Markus del Monego? Auf jeden Fall so fit, um bei FitForFun zu erklären „wie Sie auf Anhieb den passenden Wein zu Ihrem Essen aus dem Supermarktregal ziehen.“ Die Empfehlungen hat sich Eckhard Supp im einzelnen angeschaut. Da ist nicht viel zu ergänzen.

In Supermärkten und vor allem denen der Firma Aldi muss sich der Weltmeister gut auskennen: laut Webseite von Aldi-Süd leitet er das Verkostungspanel des Aldi Qulitätsmanagements. Das ist hinlänglich bekannt, seit del Monego vor Jahren in einer Aldi-Broschüre einen 2,45 DM Riesling lobte.

In der Heinrich-Held-Str. 37 in Essen-Bredeney unmittelbar neben einem Aldi-Markt war bislang Del Monegos Firma CaveCo angsiedelt, nach eigener Aussage “ führend auf dem Gebiet der sensorischen Qualitätskontrolle für die Produkte Wein, Spirituosen und alkoholhaltige Mischgetränke.“ Auch die CaveCo Internetseite ist wieder erreichbar.

Telefonisch ist Caveco unter der gleichen Haupt-Nummer wie die Firma Frickenstein zu errreichen, die zu den größten Aldi Wein-Brokern gehört und auch die Aldi Weinprojekte mit Fritz Keller initiiert hat. Praktischerweise sitzt die Vitis Projekt GmbH, die die Keller Projekte betreut,  im gleichen weissen Büro-Haus auf dem ehemaligen Zechengelände in Bredeney.

Ruft man in Google maps die Essener Adresse auf, erscheinen noch eine Reihe weiterer Firmen. Darunter auch die Firma Cave Weinservice GmbH mit der gleichen Telefonnummer wie del Monegos CaveCo. Ein Klick auf die die Firma führt zur Website von Sommelier Consult, in deren Team neben Del Monego eine ganze Reihe weiterer bekannter Namen auftauchen.

Verlassen Sie sich nicht auf hohe Preise. Es gibt bereits tolle Weine ab zwei Euro“ schreibt Del Monego bei FitForFun. Toll- das ist das Wort. In Wikipedia wird man bei der Suche nach „toll“ zum Kapitel „Wahnsinn“ verwiesen.

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6 Kommentare

  1. Damit ist ja wohl alles gesagt und alles klar. So dicht hätte ich mir den Filz – ausnahmsweise mal nicht politisch, sondern nur kommerziell – allerdings nicht vorgestellt. Fragt sich nur, warum Titel wie „Master of Wines“ nicht wieder aberkannt werden könnten. Eigentlich sollte ein solcher „Master“ doch auch ein Botschafter von Weinkultur und -qualität sein.

  2. Erstaunlich, wer da so alles an einem Strang zieht!
    Man darf auch wieder gespannt sein auf die „Premium-Winterangebote“:
    Brunello di Montalcino für 11,99.- oder ein „Bordeaux-Grand-Cru“ für 9,99.-…
    Und die Leute werden es kaufen und lieben und meinen, sie haben ein super Schnäppchen gemacht.
    Der letzte Aldi-Brunello, den mir ein Bekannter geschenkt hatte, fand nach einem halben Glas sein Ende in einer Bratensoße, welche dann aber nicht schlecht schmeckte:-)

    @ Eckhard Supp: Passt doch, der „Master of Wines” als Botschafter dieser Weinkultur: Schnäppchenjäger und Geiz-ist-Geil meets deutsche Weinkultur ;-)

  3. Ist doch super, wenn man Weine für Bratensoßen geschenkt bekommt. — Ich bekenne mich schuldig, auch gelegentlich Supermarktweine zu trinken. Diese sind aber nie ‚toll‘ sondern wirklich nur preiswert.

  4. Ich bin – gelinde gesagt – erschüttert, wenn nicht entsetzt, den Namen „Sommelier Consult“ in diesem Kontext wahrzunehmen. Ich verbinde diesen Namen mit von mir eigentlich hoch geschätzten Weinkennern wie Christina Fischer, Christian Frens, Axel Biesler, Christine Balais, Sebastian Georgi u. a. (also mit einem wesentlichen Teil der „Kölner Weinszene“). Vielleicht irre ich mich da, aber für mich sind diese „Persönlichkeiten“ und ausgewiesenen Weinkenner, von denen ich für mein eigenes Geschäft viel mitgenommen habe, kaum vorstellbar als direkte (wohl kaum!) oder indirekte (fände ich ganz schlimm!) Promoter einer Aldi-Weinvermarktung (egal, ob ein vereinzelter Wein mal ganz gut schmecken mag). Ich empfände dies als schnöden Verrat an einem Produkt, dessen Terroir-, also Authentizitätsfaktor, gerade auch die Mitglieder dieser Vereinigung ganz hoch ansiedeln. Ist das jetzt schon die Kapitulation der Weinkoryphäen vor dem schnöden, aber wohl einträglichen Massengeschäft? Wenn ja, dann säbeln sie sich die eigene Grundlage weg. (Ich hoffe – nein!)

  5. Pingback: SZ Vinothek: Weine, die man sich auch leisten können muss

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