Discounter setzen wieder Maßstäbe

| 8.406 mal gelesen |

Am 25. September sollen in nur einer Stunde in Deutschland mindestens 100.000 Tassen Fairtrade-Kaffee getrunken werden. Das ist das Ziel des Weltrekordversuches der Fairtrade Organisation in Köln. Die Aktion, die Fairtrade noch mehr Bekanntheit bringen soll, läuft unter dem Motto „Kaffee.Pause.Fair“. Da trifft es sich gut, daß ALDI Süd ab August einen Röstkaffee, Kaffee-Pads und einen Caffe Crema mit dem Transfair-Siegel in die Märkte bringt.

foto:TransFair.org / Köln

foto:TransFair.org / Köln

Wie die Lebensmittelzeitung (LZ) berichtet, hat Aldi hat dafür eigens eine neue Eigenmarke kreiert. Das Aldi-eigene „One World“ Logo ist nicht nur für Kaffee reserviert- Bei Patentamt in München sei es auch noch für Wasch- und Putzmittel, Fisch und Fleisch sowie Tee und andere Getränke eingetragen.

„Flagge zeigen“ heißt es derzeit bei den Discountern: Penny und Netto sind dabei und Lidl ist mit seinen „Fairglobe“ Produkten seit 2006 am Start. Wie nicht anders zu erwarten, kommt ein großer Teil der Fairtrade-Lizenzgebühren aus dem Discount. Die Discounter haben in der Vergangenheit erleben müsssen, was es heißt, mit Themen wie Qualität, Umwelt und Umgang mit Mitarbeitern im Fokus zu stehen. Immer waren mssive Umsatzverluste die Folge. Deshalb wird vorgebeugt: Öko/Bio und Fairtrade helfen dabei und sind fürs Image gut. In den USA sieht man wie es weitergeht: Walmart hat ein Labeling-Programm für umweltrelevante und soziale Standards entwickelt. 100.000 Zulieferer werden sich dem unterwerfen müssen. „Das erscheint wie die Schaffung eines Standards von Inhaltsangaben bei Corporate Social Responsiblitity“ meint lohas.de , die deutsche Plattform der „Lifestyle of Health and Sustainability“ Bewegung, dazu.

Professor Dieter Hoffmann aus Geisenheim wies bei seinem Prowein-Vortrag zu Zertifizierungen und Qualitäts-Labels im Weinhandel darauf hin, daß gerade im Generics-Segment solche Labels von renommierten Anbietern wie DLG, Ecovin oder Fairtrade helfen können, sich vom Wettbewerb abzuheben und dem Konsumenten Sicherheit und Zuverlässigkeit zu signalisieren. Es ist von daher nicht verwunderlich, daß gerade die Discounter mit diesen Labels arbeiten.

Der Fachhandel hätte es gar nicht so schwer, sein Profil beim Thema Nachhaltigkeit, Eco und Bio zu schärfen. Interessante Produkte gibt es genug. Wir berichteten dazu von der London Wine Trade Fair. Die meisten Händler scheinen zu meinen, sie seien auch „ohne“ glaubhaft genug. Sie dürfen sich dann aber nicht wundern, wenn der Discount wieder einmal mehr die Maßstäbe setzt. Beim Bio-Wein ist er gerade mächtig dabei. Bei ALDI scheint sich der Côtes du Rhône im Sortiment etabliert zu haben und NETTO hat zur Zeit „Sangiovese frizzante“ und „Prosecco“ mit Bio-Label im Angebot.

Empfehlen Sie diese Seite weiter:

Das könnte Sie auch interessieren: