Frankreich: Winzer aktiv gegen Wein-Werbeverbot

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Gegen das geplante Werbe- und Publikationsverbot für Wein im Internet aber auch in anderen Medien sind am Donnerstag Frankreichs Winzer auf die Strasse gegangen. Die Winzer „zensierten“ die Ortsschilder von Weinbaugemeinden wie Bergerac, Monbazillac oder Pinet, deren Name mit einer Apellation identisch ist. Das französische Fernsehen und die Presse berichteten darüber. „Wir lassen uns von der Politik nicht zu Parias stempeln“ sagten Winzervertreter, „es ist bisher niemanden in den Sinn gekommen, Coca Cola oder andere Softgetränke zu verbieten, weil darin Zucker ist, der in großen Mengen gesundheitsschädigend sein könnte!“

Es gibt erste Anzeichen, daß die Pariser Regierung die Pläne für das Internet-Werbe-Verbot zurücknimmt. Auch in Deutschland hatten engagierte Blogger wie Mario Scheuermann, Niko Rechenberg, Wein Ultes und Dirk Würtz die Öfftentlichkeit arlamiert. Die französische Winzerin Iris Rutz-Rudel hatte deutsche Freunde informiert.

Noch nicht vom Tisch ist ein weiteres Vorhaben des Gesundheitsministers, den Werbeausschank von Wein und Aktionsangebote für Spirituosen zu verbieten. Wie die südfranzösische Tageszeitung MIDI LIBRE berichtet, würde das das Aus nicht nur für den Werbeauschank in Supermärkten, sondern auch für die in Frankreich weit verbreiteten lokalen Weinmessen bedeuten, über die viele Winzer einmal im Jahr ihre Kunden erreichen.  Der nächste Schritt wäre dann das Verbot der Weinprobe im Keller.

Sollten deutsche Ministerkollegen auf ähnliche Gedanken kommen, würde ein großer Teil des Weinabsatzes zusammenbrechen. Der Weinverkauf auch in unseren Supermärkten läuft ganz entscheident über den Werbeausschank und attraktive Angebote.  Die Weine im Regal sind im wesentlichen nur „Dekoration“. Im Fachhandel müßten Firmen wie Jacques‘, Mövenpick, Vom Fass oder Rindchen ihr Geschäftsmodell überdenken oder gleich ganz ihre Pforten schliessen.

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