Jugendliche sollen Alkohol kaufen

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wenn es nach der Münchner Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) geht. Sie sollen als Testkäufer für die Jugendämter tätig werden und Geschäfte überprüfen.  Nach einem Bericht der Süddeutschen waren solche Einsätze die Ausnahme „Jetzt sollen sie zur Regel werden“ so die Ministerin. Als Testkäufer sollen vorzugsweise 15 -16 jährige Anwärter für den öffentlichen Dienst eingesetzt werden. Anlaß der Aktion: auch Bayern will etwas gegen das Koma-Saufen tun.

Christine Haderthauer

Christine Haderthauer

Mit diesen Äußerungen springt die Münchner Politikerin publikumswirksam auf den Zug ihrer Berliner Kollegin Sabine Bätzing (SPD) auf. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung hatte erst kürzlich bei der Vorlage des Drogen- und Suchtberichtes 2009 das Thema Jugendliche und Alkohol dramatisiert und dabei in populistischer Weise die Zunahme des Koma-Saufens als Aufhänger benutzt.  Die in Berlin vorgelegten Zahlen waren aber selbst ihren eigenen Mitarbeitern nicht geheuer.

Der jeder Parteinahme unverdächtige, weil in keiner Weise mit irgendeiner Lobby verbandelte Alphablogger Stefan Niggemeier (Platz 7 im Rivva Ranking der Online-Leitmedien) hat in seinem Bildblog unter der ÜberschriftIm Rausch der schlechten Zahlenanalysiert, wie Bätzing mit alten Zahlen aus 2007 wahlkampfmäßig Stimmung macht. Medienkritiker Niggemeier weist detailliert nach, wie ihr von FAZ über Tagesschau und Heute.de sämtliche Medien in ihrer Sucht nach schrillen Aufmachern auf den Leim gegangen sind. Denn:  die Zahl in Kliniken eingelieferter komatöser Jugendlicher mag wohl gestiegen sein, die Zahlen für jugendlichen Alkoholmißbrauch insgesamt weisen aber eine Tendenz zum Besseren auf.

Gegen solche Manipulationen und populistischen Unsinn in der Alkohol-Politik hat Dirk Würtz eine Kampagne „Alkoholsteuer – Nein Danke!“ ins Leben gerufen. Er hat eine Petition ins Netz gestellt, der man sich online anschliessen kann. Sie wendet sich gegen Bätzings Pläne für die Einführung einer Alkoholbesteuereung nach skandinavischem Vorbild. Die Unterzeichner fordern die Regierung zu einem klaren Handeln auf:  konsequente Anwendung des Jugendschutzgesetzes und der bereits bestehenden Bestimmungen für den Alkoholverkauf. Ob man dabei Jugendliche als „verdeckte Ermittler“ (SPD Bayern) einsetzen muss? Im Sinne der Unterzeichner ist dies wohl eher nicht.

steuer

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