Jetzt Online-Süchtige im Fokus von Drogenbeauftragter Bätzing

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Bei der Vorstellung des Drogen- und Sucht-Berichtes 2009 am Montag hielt die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing mit ihrem Frust über ihr durch die Koalition weitgehend entschärftes  Aktionsprogramm nicht hinterm Berg.

Sabine Bätzing bei der Vorstellung des Berichtes 2009

Sabine Bätzing bei der Vorstellung des Berichtes 2009

Für das Scheitern machte sie die Union verantwortlich. Ursula von der Leyen und Ilse Aigner seien aus „wahltaktischen Überlegungen“ umgefallen. Die Zusammenarbeit beim nationalen Tabak- und Alkoholpräventionsprogramm und insbesondere bei der Herabsetzung der Promille Grenze und dem Alkohol-Werbeverbot sei von der Union  mit „einem platten Nein“ beendet worden.

Nach Aussagen des Berichtes sind die Zahlen für das Rauchen und Trinken bei Jugendlichen im Berichtszeitraum zurückgegangen. Das gleiche gelte für leichte Drogen wie Cannabis. Laut Spiegel-Online sagte Bätzing, diese Erfolge seien zugleich eine Verpflichtung. Von einer Trendwende könne man aber doch noch nicht sprechen, da man insbesondere bei den Zahlen zum Alkohol-Konsum und zum Koma-Saufen bei Jugendlichen nicht wisse, wie belastbar die Zahlen tatsächlich seien, sagte ein Bätzing-Sprecher. Da die Daten zum Teil aus Telefonbefragungen stammten, könne sich auch einfach die Wahrnehmung der Jugendlichen geändert haben.

Neben Tabak, Alkohol und Drogen muß sich laut Bätzing „die Drogen- und Suchtpolitik in Zukunft auch „neuen Süchten“ widmen“. Nachdem wir gestern aus der FAZ erfahren durften, daß Internet-Nutzung dumm machen kann, attestiert ihr Bätzing heute Sucht-Potential. „Nach verschiedenen Studien gelten bereits heute 3 bis 7% der Internetnutzer als ‚onlinesüchtig‘, ebenso viele werden als stark suchtgefährdet eingestuft“, heißt es in ihrem Bericht. Die Jahrestagung der Drogenbeauftragten am 3. Juli wird sich folgerichtig dem Thema  „Internet und Computerspiele – wann beginnt die Sucht?“ widmen.

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