Alkohol: Dyckmans leht pauschale Verbote ab

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Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung hat in den letzten 14 Tagen ihe Vorstellungen zukünftiger Drogenpolitik konkretisiert. In der Lebensmittelzeitung wurde sie zitiert:“ Ich lehne weitere Verbote ab“. In einem Interview hatte sie die Verteuerung von Alkohol, Verkaufsverbote und andere gesetzliche Maßnahmen als „Schnellschüsse“ bezeichnet.

Es komme auf Langfriststrategien an, Aufklärung und Prävention seien die Mittel der Wahl. Gleichzeitig verlangte sie eine striktere Anwendung bestehender Gesetze. Das Jugendschutzgesetz biete bei der Problem-Gruppe Jugendliche gute Handhabe. Es nehme insbesondere den Handel in die Pflicht. Bereits im Januar hatte Dyckmans gesagt, man müsse den Bußgeldrahmen für Händler, die Alkohol an Jugendliche abgäben besser ausschöpfen. Meist würden Verstöße mit Bußen von 300 € belegt, daß Gesetz lasse aber Bußgelder bis zu 50.000 € zu. Auch die Kontrollen müßten verschärft werden, den Einsatz von Jugendlichen als Testkäufer lehnt Dykmans ab.

Auch eine weitere von Dyckmans favorisierte Maßnahme setzt im Handel an: Jugendliche sollen zukünftig beim Alkohol-Kauf einen Ausweis vorlegen. Dykmans setzt bei der Umsetzung dieses Vorhabens auf eine freiwillige Vereinbarung mit dem Handel. Nach der LZ gibt es bereits erste Gespräche mit den Handelsverbänden.

Dyckmans, die auch gerne einmal ein Glas Rotwein zum Essen trinkt, setzt auf die Vorbildfunktion des Elternhauses: „Man muß Regeln setzen und sie auch einhalten“ sagte sie in der Frankfurter Neuen Presse.

Auch wenn Dyckmans in der TAZ mit dem Ausspruch, Alkohol gehöre zu unserer Kultur zitiert wurde, muß sie natürlich die Vorgaben von Bund und EU umsetzten. Und die sehen eine  generelle Absenkung des Alkoholkonsums vor. Wenn Dyckmans, anders als ihre Vorgängerin Bätzing dabei gezielt bei Problemgruppen ansetzt und sich gegen pauschale Maßnahmen einsetzt, sollte ihr die Kooperation auch der Weinbranche einbringen. Eine neue Alkoholpolitik aus Berlin sollte die Branche nutzen, eigene Präventions- und Aufklärungsprogramme weiter zu betreiben und zu verstärken. Es scheint, als könne sie unter der gegebenen politischen Konstellation  mehr Verständnis und Unterstützung aus Berlin bekommen.

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