Weinhändler – auch online weg von der Fixierung auf den Preis

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In Insiderkreisen galt der Online-Start von Media Markt zunächst als eine Lachnummer. Von einer  E-Commerce-Strategie für Selbstabholer schrieb der Branchen Blog Exciting Commerce Mitte Januar.

Probieren ist besser - Riva Packard bei Bedell

Probieren ist besser - Riva Packard bei Bedell foto:mpleitgen

Doch in der Realität scheint nun alles ganz anders zu sein: Thomas Keil, der Schweizer Media-Saturn-Chef, hat diese Tage einige  Details rausgelassen. „Die Rechnung scheint aufzugehen“ schreibt Matthias Hell auf Exciting Commerce jetzt.

Der Media-Saturn CEO wird mit der Aussage zitiert: „Wir sind überzeugt, dass unsere Kunden weiterhin den Kontakt zu unseren Mitarbeitern und zur großen Auswahl im Markt suchen.“ Er spricht vom Internet als dem „verlängerten Regal„.

Und da hat er zweifelsohne recht: Einkaufserlebnis und Beratung gibt’s natürlich nur im Markt. Wer sich im Elektronik-Markt auf das Online-Abenteuer einläßt, landet ganz schnell beim Preis. Und das kann tödlich sein – selbst für einen Big-Player Tanker wie Saturn/ Media Markt.

Eine weitere Online-Abstinenz hätte für die Saturn/ Media Markt aber genauso tödlich enden können. Jetzt also das Modell online informieren oder bestellen – im Laden kaufen. Clever: der „echte“ E-Commerce wird zu Redcoon ausgelagert.

Da beginnen die Analogien zum Weingeschäft – und da enden sie auch ganz schnell wieder.

Das Internet als „verlängertes Regal“ ist ok – eine solche Strategie läßt sich beim Marktführer für den stationären Weineinzelhandel beobachten. Eine Zweigleisigkeit sehen wir bei Rindchen mit dem reinen Online-Abkömmling Meevio. Und als „pure-player“ haben wir Vinexus  oder 52 Weine.

Der Fachhandel will weg vom Preis und sucht sein Heil in der Nicht-Vergleichbarkeit des Sortiments. Trotzdem schielt er argwöhnisch auf diejenigen, die jeden Tag die  bekannten Hersteller und Marken zu extremen Preisen auf dem Markt feilbieten.

Vielleicht sollte er sich ein Vorbild an Saturn / Media Markt nehmen?

Wie schafft man es mit online, das Geschäft vor Ort um weitere Dimensionen zu bereichern und attraktiver zu machen? Wenn die Konsumenten bei Elektronik online bestellen und offline abholen – warum sollte das micht auch beim Wein funktionieren? Was wär mit einer Reservierungsmöglichkeit für Online-Kunden bei Sonderofferten oder Schnäppchen, bevor die Offline-Kunden ins Geschäft kommen?

Ich denke, an diesem Punkt lohnt intensives Nachdenken und Creativität – hier bietet sich eine Chance von der Preis-Fixiereung wegzukommen.

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